Stand:

Letzte Woche startete die neue Staffel der Casting-Show Germany's Next Topmodel. Hamburger Schülerinnen protestieren mit einem Song gegen Heidi Klum und ihre Sendung.

Song gegen GNTM

In den sozialen Netzwerken stößt das Video, das gemeinsam mit der Lobbygruppe Pinkstinks entstanden ist, auf große Resonanz – schon mehr als 170.000 Menschen haben das Video auf Youtube und Facebook gesehen. „Klar, bringt Germany's Next Topmodel Spaß, während ich das sehe. Aber danach fühle ich mich falsch“, sagt zum Beispiel die 14-jährige Lynne. Zusammen mit ihren Freundinnen hat sie den Song „Not Heidis Girl“ aufgenommen.

Falsche Schönheitsideale würden propagiert

Der Song greift den Hashtag #NotHeidisGirl der feministischen Gruppe Vulvarines auf und wendet sich gegen die in der Sendung propagierten Schönheitsideale. „Ich bin mehr als mein Aussehen“, singt zum Beispiel eines der Mädchen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren, ein anderes zeigt sich tough beim Kickboxen.

A post shared by notheidisgirl (@notheidisgirl) on

Geschrieben wurde das Lied von Marcel Wicker, einem Mitarbeiter der Organisation Pinkstinks, die sich gegen Geschlechterstereotype engagiert. Regie führt die Schauspielerin Lara Maria Wichels, die auch einen eigenen Youtube-Kanal „LuLikes“ hat.

#NotHeidisGirl

Im November hatte Heidi Klum, unter anderem in Sozialen Netzwerken, dazu aufgerufen, sich unter dem Hashtag #ichbingntm2018 für die Casting-Show zu bewerben. Aber der Aufruf stieß nicht bei allen auf Begeisterung. Auf Instagram machen viele Nutzerinnen ihrem Ärger über die Show Luft.

A post shared by roni (@ronilalilu) on

Unter dem Hashtag #NotHeidisGirls posteten junge Frauen, dass sie die Sendung boykottieren und sie viel mehr ausmacht als ihre Bodymaße. Insbesondere die Essens-Tipps von Heidi stehen immer wieder im Fokus der Kritik an der Sendung.

Feministen aus Mönchengladbach

Heidi Klum hält eine Schoko-Torte in der Hand. ; Foto: dpa/picture-alliance

Schoko-Torte für Models? Das würde Heidi Klum ihren Kandidatinnen wohl nicht empfehlen.

dpa/picture-alliance

Gestartet wurde die Aktion von Aktivistinnen aus Mönchengladbach, die sich auf Instagram als Vulvarines bezeichnen. Das Ziel: Zu zeigen, dass es viel wichtigeres gibt, als die Körpermaße einer Frau.

Auch Männer solidarisieren sich

Auch Männer beteiligten sich aus Solidarität an der Aktion und ernteten dafür viel Lob im Netz.

A post shared by dusz (@duszturbo) on

Seit 2006 wird die Model-Casting-Show jährlich ausgestrahlt. Über 1.000 Nachwuchsmodels sind dem Hashtag #ichbingntm2018 bereits gefolgt.