Autor
Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Wenn die Verwandten von Facebook-Mitarbeitern am Weihnachtstisch Fragen zu kritischen Unternehmens-Angelegenheiten stellen, soll dabei klar sein, was die Mitarbeiter erzählen dürfen und was nicht. Dazu hat Facebook einen Bot entwickelt, der das Antworten gleich ganz übernimmt. So funktioniert er.

Facebook steht immer wieder in der Kritik – unter anderem wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica, der Ausbreitung von Hassrede und gefälschter Nachrichten sowie für seine Rolle als Plattform für Propaganda aus Russland im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Kritische Themen gibt es bei Facebook also genug.

Damit Facebooks Mitarbeiter über die Weihnachtsfeiertage keine sensiblen Fragen ihrer skeptischen Verwandten schlecht oder falsch beantworten, hat Facebook einen Chatbot entwickelt, der das Antworten gleich ganz für sie übernimmt. Denn Chatbots sind Programme, die automatisiert vorgefertigte Antworten in einer Unterhaltung liefern können.

Ein Bot soll den Verwandten antworten?

Zweifelsfrei ein eher ungewöhnlicher Schritt. Eine Facebook-Sprecherin begründete das Vorgehen in einem Gespräch mit der New York Times damit, dass der Bedarf dafür da sei:

Unsere Mitarbeiter fragen zu Themen, die in den Nachrichten waren, insbesondere rund um die Feiertage immer wieder nach Informationen, die sie bei Freunden und der Familie verwenden können.

Facebook-Sprecherin

Bot hat sogar einen Namen: Liam Bot

Die Software mit dem Namen „Liam Bot“ sei seit dem Frühjahr getestet und von Facebooks PR-Abteilung mit Antworten befüllt worden. Außerdem liefere der Bot auch Links zu Blogeinträgen und Pressemitteilungen, hieß es.

So liste die Software zum Beispiel auf die Frage, was Facebook gegen Hassrede unternehmen, folgende Punkte auf: Das Online-Netzwerk berate sich mit Experten zu dem Thema, es habe mehr Mitarbeiter für die Löschung eingestellt und arbeite an künstlicher Intelligenz, um solche Inhalte aufzuspüren. Insgesamt sei Regulierung wichtig bei dem Thema, schließt der Chatbot der New York Times zufolge seine Ausführungen ab.

Liam soll aber auch Hilfestellung leisten

Neben Antworten auf heikle Fragen gebe er auch Hilfestellung bei praktischen Problemen, die Verwandte oder Freunde so haben können, schrieb die Zeitung weiter. Zum Beispiel, wie man Schritt für Schritt vorgehen sollte, wenn man nach der Zurücksetzung des Passworts den Zugang zu seinem Facebook-Account verliert.

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