Autor
Kerstin Welter
Kerstin Welter; Foto: Kerstin Welter
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CO2-Einsparen hilft beim Klimaschutz. Am besten schon die Kleinen damit anfangen lassen, dachte sich die Stadt Düsseldorf und hatte am Freitag einen Aktionstag angesetzt: Warme Pullis statt Heizung auf voller Pulle. Das sorgte mitunter für frostige Reaktionen.

Viel Heizen schadet dem Klima viel – so ist die Rechnung im kleinen Klima-Einmaleins, das die Stadt Düsseldorf dem Nachwuchs mit auf den Weg in die Zukunft geben will. Deswegen hat sie für Freitag alle Schulen und Kitas zu einem Aktionstag aufgerufen, dem Warmen-Pulli-Tag.

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Heizung um ein bis zwei Grad runter drehen

Ein Kind ist sehr warm angezogen – beim Warmen-Pulli-Tag in Düsseldorf lernen Kinder Energiesparen fürs Klima; Foto: picture alliance  imageBROKER

So warm braucht sich kein Kind am Warmen-Pulli-Tag anziehen. Die Raumtemperatur wird nur um ein bis zwei Grad gesenkt.

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Der Name für die Aktion lässt es erahnen: Die Raumtemperaturen in den Schulen und Kitas, die mitmachen, soll um ein bis zwei Grad Celsius gesenkt werden. Ausgedacht hat sich die Aktion das Düsseldorfer Umweltamt.

Auf der Webseite steht, Ergebnisse aus anderen Kommunen würden zeigen, dass mit Hilfe so eines Aktionstages mindestens sechs Prozent Heizenergie gespart werden könne. Außerdem werde „das Bewusstsein für eine angemessene Raumtemperatur und eine der Jahreszeit angemessene Kleidung geschärft.“

Der Aktionstag ist Teil eines größeren Energiesparprogramms der Stadt. 44 der insgesamt 80 Schulen und Kindertagesstätten machten mit.

Empörung in sozialen Netzwerken, Gelassenheit bei den Eltern

Die Eltern der betroffenen Kinder reagierten ziemlich gelassen auf die Aktion, sagte Thomas Loosen, Leiter des Umweltamtes Düsseldorf, in SWR3. Alle wurden im Vorfeld gut informiert, deshalb hätten keine verärgerten Eltern bei ihm angerufen, sagte Loosen.

Vor allem unbeteiligte User in den sozialen Netzwerken äußerten sich hingegen verständnislos bis beleidigend. Der Tenor: Warum ausgerechnet Kinder frieren lassen? Und: Warum dürfen die Beamten, die das Ganze organisiert haben, in warmen Amtszimmern sitzen?

Düsseldorfer Rathaus macht nächstes Jahr auch mit – vielleicht

Blick auf das Rathaus der Stadt Düsseldorf; Foto: imago images / F. Berger

Nachrichten Thomas Loosen (Umweltamt Düsseldorf) zum Warmer-Pulli-Tag

Dauer

Dieser Frage musste sich der Leiter des Düsseldorfer Umweltamtes auch im Interview mit SWR3 stellen. Seine Erklärung: Der Warme-Pulli-Tag ist Teil eines pädagogischen Konzepts, das über das ganze Jahr verteilt in Schulen und Kitas stattfindet. Durch verschiedene Aktionen sollen Energie und Wasser gespart und Müll vermieden werden.

Man überlege jetzt auch, den Warme-Pulli-Tag nächstes Jahr auf das Rathaus auszuweiten – dann aber ebenfalls als Teil eines größeren Umweltprogramms.

Für die Schülerinnen und Schüler zahlen sich der Warme-Pulli-Tag und Co. übrigens aus: Die Hälfte des Geldes, das im Laufe des Jahres gespart wird, gehe direkt an die Schulen und Kitas, so Loosen.

Warmer-Pulli-Tag im Februar sorgte für Aufregung

Eine Düsseldorfer Grundschule hatte schon im Februar zu einem Warmen-Pulli-Tag aufgerufen, damals gab es heftige Reaktionen im Netz, da in einem Elternbrief fälschlicherweise stand, die Heizung werde komplett ausgeschaltet. Unter den vielen empörten Reaktionen gab es auch User, die das Ganze mit Humor kommentierten.

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