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Vanessa Valkovic
Vanessa Valkovic, SWR3; Foto: SWR
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In Amsterdam ist es die neue günstige und schnelle Trend-Party-Droge: Lachgas. Erste Zahlen zeigen: Der Missbrauch des Gases ist nicht ungefährlich. Auch in Deutschland wird die Droge konsumiert.

Der Konsum von Lachgas hat in den Niederlanden drastisch zugenommen. Junge Menschen inhalieren das Gas aus einem Luftballon oder saugen es aus einem Sahnespender. Experten sind alarmiert und warnen vor dem großen Risiko der Einnahme.

Lachgas-Vergiftungen in den Niederlanden steigen an

Das Nationale Informationszentrum für Vergiftungen in Utrecht meldet: Die Zahl der Vergiftungen durch Lachgas sei sprunghaft angestiegen. 2015 gab es noch insgesamt 13 Fälle, im ersten Halbjahr des Jahres 2019 waren es bereits 67 gemeldete Fälle. Lachgas kann unter anderem zu Schwindelanfällen, Übelkeit und Lähmungserscheinungen führen.

Laut dem niederländischen Sucht-Bericht hat jeder fünfte Jugendliche zwischen 20 und 24 Jahren schon Lachgas inhaliert. Auch in der Gruppe der bis zu 35-Jährigen wird die preiswerte Party-Droge zunehmend beliebter.

Nicht nur für die Gesundheit hat das negative Auswirkungen – Anwohner in Amsterdam klagen über den Müll der Kapseln und Ballons auf den Straßen. Immer mehr Städte schlagen Alarm und fordern ein Verbot. Das Gesundheitsministerium prüft, den Verkauf zu reglementieren.

Gibt es das Problem auch in Deutschland?

„Lachgas ist bei manchen Jugendlichen durchaus ein Thema“, sagt Dr. Bernd Werse, Drogenforscher an der Goethe-Universität, gegenüber SWR3. Es sei aber nicht neu – im Umfeld der Techno-Bewegung wurde Lachgas in Deutschland schon vor mehr als 20 Jahren konsumiert.

„Es gab unter den Jugendlichen immer ein paar Prozent, die das ausprobiert haben. Mittlerweile hat das etwas zugenommen.“ Werse schätzt, dass Lachgas in vielen Fällen als eine Art Mutprobe oder einmalig ausprobiert wird. „Meistens handelt es sich um Probierverhalten oder sehr seltenen Konsum.“