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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Fünf Bundesländer wollen Kinder, Jugendliche und auch Schwangere besser schützen und fordern ein Rauchverbot beim Autofahren. Am Freitag wollen sie das Gesetz im Bundesrat einbringen.

Schwangere Raucherin; Foto: picture alliance / dpa

Schwangere und Minderjährige sollen besser vor den Folgen des Passivrauchens geschützt werden

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Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein machen sich stark dafür, die Gesundheit von Nichtrauchern besser zu schützen. „Gerade Kinder tragen eine Reihe gesundheitlicher Folgen vom Passivrauchen davon“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann.

Deshalb müsse der Bund „endlich handeln und die entsprechenden Regelungen umsetzen“, fordert die SPD-Politikerin. Dafür soll das Nichtraucherschutzgesetz geändert werden. Sitzen Schwangere und Minderjährige im Auto, sollen Zigaretten tabu sein. Verstößen würden Bußgelder von 500 bis 3000 Euro nach sich ziehen.

Passivrauchen schädlicher als Aktivrauchen

„In verbranntem Tabak sind rund 90 nachgewiesene toxische oder krebserregende Substanzen enthalten“, argumentiert die Länderinitiative. Der Qualm, den man beim Passivrauchen einatme, sei sogar schädlicher, als der Qualm, den Raucher durch Filterzigaretten selbst einatmen.

Die Länder beziehen sich in ihrer Initiative auch auf Studien des Deutschen Krebsforschungszentrums. Demnach wurden bei Kindern eine ganze Reihe von gesundheitlichen Folgen des Passivrauchens beobachtet. Unter anderem gehöre ein höheres Risiko für den plötzlichen Kindstod dazu.

Nicht der erste Anlauf

Schon im vergangenen Oktober hatten sich die Gesundheitsminister der Länder für ein bundesweites Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen und Schwangeren ausgesprochen. Geändert werden soll dafür das Nichtraucherschutzgesetz. Kritiker sehen vor allem Probleme bei der Umsetzung und Kontrolle des Vorhabens.

Der Bund sei den Forderungen der Gesundheitsministerkonferenz laut Reimann aber nicht nachgekommen. Deswegen machen die Länder jetzt Druck. „Ich hoffe sehr, dass sich weitere Bundesländer unserer Forderung anschließen“, sagt die Ministerin.

Der ADAC sieht ein Rauchverbot in Autos skeptisch: „Wir zweifeln daran, weil es sehr schwierig ist, den Sachverhalt wirkungsvoll zu kontrollieren“, sagte Sprecherin Andrea Kruse. Und auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, sagt: Solche Kontrollen seien nicht ausreichend machbar, weil Personal fehle.

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