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Joghurts, Puddings und Tiefkühlprodukte werden ab sofort bunter – zumindest ihre Verpackung. Denn auf ihnen prangt ab sofort eine Lebensmittelampel: die erste dieser Art in Deutschland. Wir klären, was dadurch für uns besser wird und welche Schwächen das System hat.

In diesem Jahr gibt es auf den Verpackungen etwas neues: Lebensmittelampeln. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Auf welchen Produkten gibt es die Lebensmittelampel überhaupt?

Zuerst werden Joghurts, Puddings und Tiefkühlprodukte mit dem Ampelsystem gekennzeichnet: Fruchtzwerge machen jetzt den Anfang, nächsten Monat kommen die Puddings von Danone dazu und im April die Activia-Produkte. Dann dürften auch so langsam die ersten Iglo-Produkte beampelt in der Tiefkühltruhe liegen.

Lebensmittelampel; Foto: imago

In Belgien gibt es so eine Lebensmittelampel schon schon seit letztem Sommer.

imago

Produkte sind besser vergleichbar ...

Diese Ampel, der sogenannte Nutriscore, hat den Vorteil, dass er sich auf das gesamte Lebensmittel bezieht und nicht auf Einzel-Bestandteile wie Fett und Zucker. Bewertet wird das Ganze dann – nach dem Ampelprinzip – jeweils mit grün oder rot.

SWR-Umweltredakteurin Sabine Schütze findet, dass die Produkte so grundsätzlich besser vergleichbar werden:

Ich kann auf einen Blick sehen, dass der Fruchtjoghurt noch grün ist, der Vanille-Pudding dagegen orange und die Tafel Schokolade rot. Und das reicht völlig aus, damit wir uns für das gesündere Produkt entscheiden.

Sabine Schütze, SWR-Umweltredakteurin

Das zeigen auch erste Untersuchungen aus Frankreich, wo es den Nutriscore bereits gibt: Die Franzosen greifen bevorzugt zu den grün und gelb beampelten Lebensmitteln.

... aber die Vergleichbarkeit hinkt

Der große Nachteil an der Lebensmittelampel: Sie ist für die Lebensmittelhersteller nicht verpflichtend. Heißt: Wer zum Beispiel Süßigkeiten verkaufen will, wird wohl eher darauf verzichten, die Ampeln auf die Verpackungen zu drucken – und so womöglich Käufer abzuschrecken. Immerhin können sich die Hersteller den Nutriscore dabei nicht „schön rechnen“ – der basiert nämlich auf ganz klaren Vorgaben.

Sabine Schütze sieht darin aber noch ein andres Problem: die mangelnde Vergleichbarkeit zu anderen Produkten. Nehmen wir zum Beispiel einen Fruchtsaft: Wenn ein Hersteller die Ampel verwendet und ein anderer nicht, dann können Nutzer sich bestenfalls für das „ehrliche Produkt“ entscheiden, das mit der Ampel gekennzeichnet ist.

Und die Politik? Die wolle die Ampel – zumindest vorerst – nicht verpflichtend für Hersteller machen, so Schütze.

Deshalb hoffe ich jetzt, dass genau wie in Frankreich ganz viele Hersteller wenigstens mit der freiwilligen Kennzeichnung nachziehen.

Sabine Schütze, SWR-Umweltredakteurin

Autor
Laura Bisch
Autor
SWR3