Autor
Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Im russischen Nakhodka werden mehr als 100 Wale und Walrosse in Gefangenschaft gehalten. Sie leben in kleinen Becken, um später an chinesische Aquarien verkauft zu werden. Jetzt haben sie einen prominenten Retter.

Fünf Baby-Walrosse, elf Orkas und 90 junge Belugas. So viele Tiere sind derzeit in Nakhodka. Sie werden im Japanischen Meer in engen Gehegen gehalten. Bilder der Tiere waren vor ungefähr einem Jahr an die Öffentlichkeit gelangt und hatten für viel Aufregung und Proteste gesorgt. Viele Tierschützer sprachen von einem Walgefängnis, das dort in Russland aufgebaut wurde.

Unterschriftenaktion für Freilassung gestartet

Unter den Kritikern war auch Schauspieler Leonardo DiCaprio. Er hatte von dem Schicksal der Tiere ebenfalls aus den Medien erfahren. Um die Walrosse und Wale zu retten, hatte er aufgerufen, sich an der Unterschriftenaktion einer Hilfsorganisation zu beteiligen.

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Das hat Wirkung gezeigt! Die britische Zeitung Mirror berichtet, dass 900.000 Menschen mitgemacht haben. Auch der russische Präsident Wladimir Putin habe sich beteiligt und jetzt angeordnet, dass sich Umweltminister Dmitri Kobylkin um den Fall kümmert. Mit einem erfreulichen Ergebnis: Die Tiere werden freigelassen.

Freilassung kann noch dauern...

Das so genannte Walgefängnis in Nakhodka; Foto: picture alliance/Yuri Smityuk/TASS/dpa

In diesen kleinen Becken sind die Tiere gefangen.

picture alliance/Yuri Smityuk/TASS/dpa

Doch ganz so schnell wie viele jetzt hoffen, scheint die Freilassung nicht zu gehen. Man wolle die Tiere in ihren natürlichen Lebensraum den Ozean zurückbringen, aber nichts riskieren. Umweltminister Kobylkin erklärte: „Wir versuchen, es so vorsichtig wie möglich zu tun, damit keines der Tiere umkommt. Das ist sehr wichtig.“

Die Tiere sollen also artgerecht in die Freiheit entlassen werden. Als Hindernis für eine schnelle Umsiedelung der Wale nannte der Minister die derzeitigen Witterungsbedingungen. Eine plötzliche Änderung der Wassertemperatur – zum Beispiel durch eine Umsiedelung in andere Gewässer – könnte das Leben der Wale gefährden. Wann die Walrosse und Orcas also wieder im offenen Meer schwimmen können, ist noch nicht klar.

...aber: Verantwortliche sind angeklagt

Auch wenn das die Freude etwas dämpft, gibt es noch eine weitere gute Nachricht. Den Berichten nach wurden vier Unternehmer, die hinter dem sogenannten Walgefängnis stecken, wegen Verstoßes gegen die Fischereigesetzte angeklagt.

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Isabel Gebhardt
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