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Mit fast 2,5 Promille ist der Lokführer eines ICE an seinem Halt Wittenberg vorbeigefahren, ohne zu halten. Mithilfe der Bundespolizei hat der Zugchef den Betrunkenen aus dem Führerstand geholt.

Eigentlich sollte der Lokführer mit seinem ICE in Wittenberg halten – doch er rauschte einfach durch den Bahnhof. Der Zugchef hat sich daraufhin die Hilfe von Bundespolizisten, die im Zug saßen, geholt und den Lokführer aus dem Führerstand geholt. Anschließend wurde klar, warum der Zug an seinem Halt vorbeifuhr: 2,49 Promille hat Polizei mit einem Atemalkoholtest bei dem Lokführer festgestellt. Das berichtete die Mitteldeutsche Zeitung.

„Verzögerung im Betriebsablauf“

Der Zug war am Dienstag unterwegs von Hamburg nach Leipzig. Der betrunkene Lokführer wurde in Bitterfeld, kurz hinter Wittenberg, abgelöst. Wie die Zeitung berichtete, sollte der Zug eigentlich um 22:10 Uhr in Wittenberg halten. Er sei mit 65-minütiger Verspätung an seinem Ziel Leipzig angekommen. Als offizieller Grund sei eine „Verzögerung im Betriebsablauf“ angegeben worden. Die Reisenden, die nach Wittenberg wollten, seien mit der S-Bahn zurückgefahren, sagte ein Bahn-Sprecher.

Für Lokführer gilt eine Null-Promille-Grenze

In der Mitteilung des Unternehmens heißt es: „Wir entschuldigen uns bei unseren Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten, die sie durch die Situation in Lutherstadt Wittenberg bzw. Bitterfeld hatten. Selbstverständlich gelten auch in diesem Fall die Entschädigungsregeln der Fahrgastrechte vollumfänglich.“

Für Lokführer gilt eine Null-Promille-Grenze. Mit seinen 2,49 Promille Blutalkoholspiegel muss der Lokführer daher nun mit ernsten Konsequenzen rechnen, seinen Führerschein für Triebfahrzeuge wurde eingezogen.