Hähnchen- und Putenfleisch ist häufig mit multiresistenten Keimen belastet. Das zeigen Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die der ARD vorliegen. Die Grünen fordern, in der Tierhaltung weniger Antibiotika einzusetzen. Das Landwirtschaftsministerium empfiehlt, Hähnchen- und Putenfleisch gut durchzugaren.

2016 hatten die Untersuchungsbehörden der einzelnen Bundesländer Hunderte Fleischproben – darunter Puten- und Hähnchenfleisch – aus Supermärkten genommen und auf Antibiotika-resistente Keime getestet.

„Die Funde sind erschreckend hoch“

Das Ergebnis: In fast jeder zweiten Putenfleisch-Probe wurden entsprechende Keime nachgewiesen. Beim Hähnchenfleisch war jede zehnte Probe vom MRSA-Keim betroffen. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der Grünen hervor, die der BR einsehen konnte. „Die Funde sind erschreckend hoch, und es ist in den letzten Jahren zu keiner wesentlichen Besserung der Situation gekommen“, beklagt Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. Seine Partei fordert, dass in der Tierhaltung künftig weniger Antibiotika eingesetzt werden.

Vor allem ältere Menschen und Neugeborene betroffen

MRSA-Keime – also Bakterien, gegen die Antibiotika wirkungslos sind – können beispielsweise in Krankenhäusern Infektionen auslösen. Betroffen davon sind vor allem Risikopatienten wie ältere Menschen oder Neugeborene. „Schätzungen zufolge sterben jährlich rund 700.000 Menschen weltweit an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen“, so das Bundesgesundheitsministerium.