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Die Union will nach dem Streit über das Video von Youtuber Rezo vor der Europawahl offenbar eigene Influencer aufbauen und Sitzungen streamen. Das berichten mehrere Medien.

Das Youtube-Video von Rezo „Die Zerstörung der CDU“ war für die Union ein Desaster. Eine zunächst angekündigte Reaktion kam dann doch nicht, die Kommunikation der Partei im Anschluss passte hinten und vorne nicht und dann beschwerte sich auch noch die Vorsitzende der Partei, Annegret Kramp-Karrenbauer, über „Meinungsmache im Internet“. Zeit, die Union mal etwas digitaler werden zu lassen.

CNetz: Influencer, „die weniger vorgeprägt denken“

Offenbar ist das auch bei CDU und CSU angekommen. Einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge will der CDU-nahe Think Tank CNetz eigene Influencer auf Youtube aufbauen. In der Medienszene gebe es eine „zumindest wahrgenommene Vorliebe für grüne und linke Sichtweisen“, steht demnach in einem Papier des Vereins.

Deswegen müsse die CDU „eigene Influencer aufbauen, die weniger vorgeprägt denken“, heißt es. Das dürften aber keine „typischen Politiker“ sein. Das Papier erreichte Kramp-Karrenbauer kurz vor der Klausurtagung der CDU am Sonntag und Montag. Ihr war nach der Europawahl vorgeworfen worden, Zensur im Internet betreiben zu wollen.

Söder: Social Media ist die „fünfte Gewalt“

Auch der CSU-Vorsitzende Markus Söder will die Digitalstruktur in seiner Partei vorantreiben. Die Welt am Sonntag berichtet, er habe gesagt: „Ich kann mir vorstellen, dass wir auch mal eine Parteivorstandssitzung in Echtzeit streamen und die Menschen auffordern, mitzukommentieren.“

Weiter sagte er, die CSU müsse der digitalen Welt mit mehr Respekt begegnen. „Sie ist unsere reale Welt.“ Es gehe niemand ins Internet, sondern die Menschen seien „immer drin“. Social Media bezeichnete Söder demnach als die „fünfte Gewalt“ im Staat und die schnellste Form der Kommunikation.

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SWR3