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Der Meeresspiegel wird durch den Klimawandel immer schneller steigen, das haben Wissenschaftler mit neuen Satellitenmessungen nun bestätigt.

Die Ergebnisse ihrer Studie sind besorgniserregend, denn bis zum Jahr 2100 könnte der Meeresspiegel doppelt so hoch steigen als bisher gedacht – und das sei nur eine vorsichtige Schätzung.

Herausgefunden hat das eine Forschergruppe um Steve Nerem von der University of Colorado in Boulder. Sie haben mit Satellitendaten den Anstieg des Meeresspiegels nachgemessen.

Statt 30 wohl eher 65 Zentimeter

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass das Wasser an den Küsten bis zum Ende des Jahrhunderts durchschnittlich 65 Zentimeter höher stehen könnte als im Jahr 2005. Bisher hatten Forscher einen Anstieg um knapp 30 Zentimeter vorhergesagt.

Heute schon steigt das Meer jedes Jahr um drei Millimeter. Die Hauptursache ist bislang, dass sich sich das Meerwasser durch die globale Erwärmung ausdehnt, denn warmes Wasser braucht – vereinfacht ausgedrückt – mehr Platz.

Wenn die Antarktis anfängt zu schmelzen...

Dieser Prozess ist zu 60 Prozent für den Meeresspiegelanstieg verantwortlich. Die restlichen 40 Prozent kommen von den weltweit schmelzenden Gletschern. Betroffen sind davon vor allem Grönland sowie die Hochgebirge im Himalaya, in den Anden oder den Alpen.

Antarktis; Foto: imago

Bisher ist in der Antarktis wenig Eis geschmolzen, das scheint sich aber zu ändern.

imago

Die Gletscher schmelzen aber immer schneller und tragen damit auch zum schnelleren Anstieg des Meeresspiegels bei.

Hinzu kommen die Entwicklungen in der Antarktis. Bisher ist dort relativ wenig Eis geschmolzen, doch in den nächsten Jahrzehnten könnte sich das ändern. Dann würde die Antarktis einen wesentlichen Anteil zum Anstieg der Meere beitragen, sagen die Forscher aus Colorado.

WWF: Wattenmeer bedroht

Die Umweltschutzorganisation WWF sieht sich durch die neue Studie in ihren Befürchtungen bestätigt. „An der Nordseeküste gefährdet der Meeresspiegelanstieg die Menschen ebenso wie das Weltnaturerbe Wattenmeer“, erklärte Jannes Fröhlich, Klimaanpassungs- und Küstenschutzexperte beim WWF. Deswegen sei dringend weiterer globaler Klimaschutz notwendig.