Stand:

Bafög-Reform: Ab heute bekommen bedürftige junge Menschen mehr Geld für ihre schulische oder hochschulische Ausbildung. Mehr Geld – aber auch ausreichend mehr?

Heute tritt die Bafög-Reform in Kraft. Für junge Menschen an Schulen, Fachhochschulen und Universitäten bedeutet das etwas mehr Geld im Monat, genauer 861 Euro Höchstbetrag statt wie bisher 735.

Freibeträge werden angehoben

Die Reform soll auch dafür sorgen, dass mehr Schülerinnen, Schüler und Studierende die finanzielle Unterstützung zu ihrer Ausbildung vom Staat bekommen. Dafür werden eigenes Vermögen und auch das Einkommen der Eltern nicht mehr so strikt angerechnet wie bisher. Entsprechende Freibeträge, bis zu denen nichts angerechnet wird, werden jetzt schrittweise angehoben.

Die Regierung plant mehr als 1,2 Milliarden Euro zusätzlich ein, um das Bafög aufstocken und ausweiten zu können. Der Grund dafür ist, dass die Zahl derjenigen, die Unterstützung bekommen, seit Jahren sinkt.

2017 waren es rund 557.000 Studierende und 225.000 Schülerinnen und Schüler. Das waren 180.000 weniger als vier Jahre zuvor. Diese negative Entwicklung soll durch die Reform in die andere Richtung gehen. Parallel steigt auch die Berufsausbildungsbeihilfe für Auszubildende.

Kritik von Grünen und Linken

Einigen geht die Reform der Bundesregierung nicht weit genug. Grüne und Linke fordern deutliche Verbesserungen. Nicht einmal die allgemeinen Preissteigerungen seien bei der Berechnung berücksichtigt worden, hieß es im Mai.

Die Linken-Hochschulexpertin Nicole Gohlke kritisierte: „Nicht zuletzt die explodierenden Mieten in vielen Hochschulstädten sorgen dafür, dass die Bafög-Fördersätze weit unterhalb der realen Lebenshaltungskosten der Studierenden liegen.“

Autor
SWR3 mit dpa