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Auch wenn man schon lange Kanzlerin ist, gibt es Premieren. Am Dienstag stand für Angela Merkel eine an: Ein ungewöhnlicher Staatsgast war in Berlin..

Die Besucherin heißt Jacinda Ardern, ist 37 Jahre alt und die Regierungschefin von Neuseeland. Als wäre das nicht Besonderheit genug: Sie ist auch noch kugelrund und hochschwanger.

Versprechen an die Landsleute

In zwei Monaten soll Arderns erstes Kind zur Welt kommen. Deswegen musste sie vor diesem langen Flug ans andere Ende der Welt erst einmal ihre Ärzte befragen. Immerhin ist sie mit ihrem Babybauch 27 Stunden unterwegs. Sie hat den besorgten Neuseeländern deshalb versprochen, sich viel zu bewegen und, wie sie selbst sagt: Diese entsetzlichen Thrombose-Strümpfe zu tragen.

Jacinda Ardern ist eine bemerkenswerte Frau, die in Neuseeland einen schier aussichtslosen Wahlkampf in letzter Minute für sich gedreht hat. Jetzt ist sie so beliebt, dass man in Neuseeland von einer regelrechten: Jacinda-Manie spricht. Auch die Modezeitschrift Vogue hat auf sechs Seiten über sie berichtet.

Keine neuen Öl- und Gasbohrungen

Mal ganz abgesehen vom Glamour ist die Premierministerin politisch extrem fleißig: Sie hat ein Programm gegen Kinderarmut aufgelegt, unterstützt junge Familien mit Häuserbau-Programmen und setzt sich für den Klimaschutz ein. So hat sie den Stopp neuer Öl- und Gasbohrungen verkündet.

In Deutschland und der EU wirbt sie für ein Freihandelsabkommen. Deutschland ist Neuseelands sechstgrößter Handelspartner.

Sechs Wochen Babypause sind geplant

Handeln will Frau Ardern übrigens auch selbst bald wieder. Nach sechs Wochen Babypause will sie wieder arbeiten. „Ich bin keineswegs die einzige Frau, die Multitasking macht“, ist ihr Kommentar dazu. Ihr Mann soll zuhause bleiben und sich ums Baby kümmern – während sie Neuseeland regiert.

Autor
Evi Seibert
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SWR3