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Amelie Heß
Amelie Heß, SWR3; Foto: SWR3
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Auf der Münchner Sicherheitskonferenz kommen jährlich hochrangige Politiker und Vertreter aus Politik und Gesellschaft zusammen, um über die Sicherheit in der Welt zu diskutieren. Am Samstag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Rede gehalten und damit für mächtig Verwirrung gesorgt.

Was ist passiert?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine gute halbe Stunde gesprochen. Unter anderem appellierte sie an die Einheit der Staaten und warnte eindringlich vor dem Zerfall der internationalen Strukturen.

Dann sprach sie von „Angriffen von außen“. Unter anderem Russland würde eine „hybride Kriegsführung“ betreiben. Gestützt sei die auf Propaganda und Desinformationskampagnen im Netz. Dann sagte Merkel wörtlich:

Diese hybride Kriegsführung im Internet ist sehr schwer zu erkennen, weil sie plötzlich Bewegungen haben, von denen sie gedacht haben, dass die nie auftreten – die immer ansetzen an einem Manko.
In Deutschland protestieren jetzt die Kinder für Klimaschutz. Das ist ein wirklich wichtiges Anliegen. Aber dass plötzlich alle deutschen Kinder – nach Jahren ohne jeden äußeren Einfluss – auf die Idee kommen, dass man diesen Protest machen muss, das kann man sich auch nicht vorstellen. Also Kampagnen können heute übers Internet viel einfacher gemacht werden.

Schüler gehen Freitag für Freitag für den Klimaschutz auf die Straße.; Foto: dpa/picture-alliance

Freitag für Freitag gehen Schüler für den Klimaschutz auf die Straße.

dpa/picture-alliance

Was sind die Reaktionen darauf?

Die Schülerbewegung „Fridays For Future“, die seit einigen Wochen jeden Freitag zu Zehntausenden auf die Straße geht statt zur Schule und für den Klimaschutz protestiert, hat empört reagiert. Sie sieht sich angegriffen, weil Merkel die Worte „hybride Kriegsführung“ und ihre Organisation in einem Zusammenhang genannt habe.

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Wie meinte Angela Merkel diese Aussage denn?

Was genau Angela Merkel mit dieser Aussage bezwecken wollte, ist nicht klar. Sie betonte die Wichtigkeit des Klimaschutzes und sagte, dass die „Fridays For Future“ Proteste ein „wichtiges Anliegen“ seien. Trotzdem brachte sie die russische Netzpropaganda in die Nähe dieser Proteste, weil sie die Streiks als Beispiel nahm für „Bewegungen, von denen sie gedacht haben, dass die nie auftreten“.

Regierungssprecher Steffen Seibert versuchte später auf Twitter, die Aussage Merkels noch einmal klar zu stellen:

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Dennoch, ein fader Beigeschmack dürfte für die Schülerinnen und Schüler, die sich für den Klimaschutz einsetzen, bleiben.

Hier könnt ihr die ganze Rede von Kanzlerin Merkel auf der Münchner Sicherheitskonferenz nachgucken. Ab Minute 40 geht es um die hybride Kriegsführung und die Klimaproteste.

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