Eine neue Regierung ist vielleicht zum Greifen nah: Bundeskanzlerin Merkel hat am Samstag zum ersten Mal Verhandlungen mit FDP und Grünen über eine Koalition angekündigt.

Der Ankündigung, mit der FDP und den Grünen über eine mögliche Jamaika-Koalition zu sprechen, folgten sofort kritischere Worte. Es werde schwierige Verhandlungen geben, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag beim Bundestreffen der Jungen Union in Dresden.

Merkel fordert Einigung über Obergrenze

Über einen Koalitionsvertrag werde demnach ein Sonderparteitag der CDU entscheiden. „Ich möchte, dass sie zustande kommt“, fügte Merkel im Hinblick auf die mögliche gemeinsame Regierung hinzu.

Von den Anwesenden aus der Jungen Union bekam sie dafür zumindest schon mal Applaus. Die CSU rief Merkel wegen des Streits über eine Obergrenze für Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland flüchten, zu einer Einigung auf. Schließlich hätten sie und die CDU es auch im Wahlkampf geschafft, mit zwei verschiedenen Meinungen dazu zu leben. Jetzt stehe eben eine neue Aufgabe an, nämlich „gemeinsam den Wählerauftrag umzusetzen“.

Am Sonntag Gespräche mit der CSU

Angela Merkels Auftritt in Dresden war der erste nach der Bundestagswahl vor einem großen Parteipublikum. Nach den Verlusten vor zwei Wochen diskutiert die Union über die richtige Aufstellung von CDU und CSU. Am Sonntag wollen Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer deswegen auch noch mal über eine gemeinsame Linie innerhalb einer Jamaika-Koalition sprechen.