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Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
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Die EU will Mikroplastik weitestgehend aus Europa verbannen. Das betrifft auch viele Kunstrasenplätze in Deutschland. Seehofer will den Sportstätten eine Gnadenfrist geben.

Das von der Europäischen Union geplante Verbot von Mikroplastik könnte die Kunstrasenplätze tausender Amateur-Fußballvereine bedrohen. Auf diesen Plätzen wird Gummi-Granulat verwendet. Das soll ab 2022 nicht mehr zulässig sein. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wolle sich für eine Übergangsfrist von sechs Jahren für bestehende Kunstrasenplätze einsetzen.

Seehofer: Ausgleich zwischen Umweltschutz und Sport

„Als Sportminister werbe ich für einen vernünftigen Ausgleich zwischen Umweltschutz und den berechtigten Interessen des Sports“, sagte der CSU-Politiker der Welt am Sonntag und meinte: „Viele Tausend Sportanlagen in deutschen Kommunen wären sonst von der Schließung bedroht.“

Bereits in der vergangenen Woche habe Seehofer in einem Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) für diese Übergangsfrist geworben. Es erschließe sich ihm nicht, warum „der Schaden eines Verbleibs“ der bestehenden Plätze „höher sein sollte als der Gewinn, der durch die weitere Nutzung entsteht“.

DFB unterstützt Seehofers Vorschlag

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wolle sich für eine sechsjährige Übergangsfrist einsetzen. In Deutschland gibt es laut DFB rund 5.000 Kunstrasenplätze.

Besorgnis löste das drohende Verbot auch bei Nachwuchsförderern aus. „Wenn es wirklich darauf hinauslaufen sollte, dass es bald keine Kunstrasenplätze mehr gibt, wäre das für viele Vereine sicher der Genickbruch“, sagte der ehemalige Fußballprofi Mike Rietpietsch. Der 45-Jährige spielte unter anderem für Bayer Leverkusen, den SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf.


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