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Der Bauernverband von Sardinen spricht von einem „echten Notfall“ – es gebe Zonen, in denen man über einen Teppich von Heuschrecken gehe. Die Heuschreckenplage auf Sardinien ist die schlimmste seit 60 Jahren.

Das Zentrum der italienischen Urlaubsinsel ist regelrecht von den Insekten übersät, vor allem die Gebiete Nuoro, Ottana und Orani. Die Heuschrecken dringen dort in die Häuser ein, sie breiten sich auf den Feldern aus und zerstören das Weideland des Viehs.

Heuschrecken verschonen Touristen-Gebiete

Von der Heuschrecken-Invasion seien etwa 20 Bauernhöfe betroffen, sagte ein Sprecher des Bauernverbandes der dpa. Die Gebiete am Meer, an denen die meisten Touristen Urlaub machen, seien dagegen verschont.

Ein Wissenschaftler von der Universität Sassari auf Sardinien erklärte, der Höhepunkt der Heuschreckenplage sei schon erreicht. Berichte, nach denen sie ein „biblischen Ausmaß“ angenommen habe, seien übertrieben.

Wetter und unbebaute Felder optimal für Heuschrecken

Grund für die Invasion der Insekten sind laut Experten unter anderem die Wetterbedingungen. Auf einen relativ kalten Mai sind die Temperaturen sehr schnell angestiegen. Die Heuschrecken seien daraufhin massenhaft aus ihren Eiern geschlüpft, so QUELLE.

Außerdem sind die Gebiete im Zentrum Sardiniens optimal für die Entwicklung von Heuschrecken. Viele Felder sind nicht landwirtschaftlich bearbeitet, so dass sich die Heuschrecken dort ungestört entwickeln können – vom Ei über die Larve bis zum fertigen Insekt.