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Nach amtlichen Angaben sind im vergangenen Jahr mindestens drei Menschen an den Folgen von listerienbelasteter Wurst gestorben. Einer davon soll aus Baden-Württemberg kommen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet dem Erreger aus der Wurstfabrik mittlerweile 37 Infektionen seit 2014 zu. 14 dieser Patienten sind mittlerweile verstorben, drei davon nachweislich „direkt oder indirekt“ an Listerien. Sie kommen aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt. Bei zwei weiteren Baden-Württembergern ist die Todesursache demnach entweder eine Andere oder unklar.

RKI macht Wilke verantwortlich

Das RKI hat den Ausbruch der Listeriose, für den das Wurstunternehmen Wilke in Nordhessen verantwortlich gemacht wird, mit Fällen aus den Vorjahren in Zusammenhang gebracht. Listeriose ist meldepflichtig, und der Erreger ist nie ganz gleich. Deshalb können einzelne Todesfälle sehr gut einer Infektionsquelle zugeordnet werden.

Das RKI war auch dem gesamten Fall auf die Spur gekommen. Es hatte festgestellt, dass die meisten Erkrankten sich in Krankenhäusern, Altersheimen oder Rehazentren infiziert hatten. Eine Liste mit neun betroffenen Einrichtungen führte dazu, dass der Wurstlieferant als Quelle der Belastung ermittelt werden konnte.

Wilke wehrt sich gegen Produktionsstopp

Das mittlerweile insolvente Unternehmen Wilke geht unterdessen mit einem Eilantrag gegen den gerichtlich angeordneten Produktionsstopp seiner Fleischprodukte vor. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer.