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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Sie sollen in einem Schweinemastbetrieb eingebrochen sein und dann den Strom abgeschaltet haben. Dann ist die Belüftung im Schweinestall ausgefallen – und 900 Schweine sind erstickt. Jetzt sucht die Polizei nach den unbekannten Tätern.

Zwischen Sonntagabend 18:00 Uhr und Montagmorgen 8:50 Uhr sollen die Unbekannten in den Technikraum des Schweinemastbetriebes in Vreden im westlichen Münsterland eingebrochen sein. Dann haben sie wohl die Stromversorgung unterbrochen – und damit das Todesurteil der 900 Schweine im Stall gesprochen. Denn: Weil der Strom ausfiel, setzte offenbar auch die Be- und Entlüftung im Stall aus. Die 900 Schweine sind dann erstickt.

Unbekannte sind in den Schweinemastbetrieb gewaltsam eingedrungen.; Foto: dpa/picture-alliance

Unbekannte sind in den Schweinemastbetrieb gewaltsam eingedrungen.

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Besonders seltsam: Da die Belüftung lebensnotwendig für die Tiere im Stall ist, gibt es normalerweise eine Alarmanlage für den Fall eines Stromausfalles. Die hat in diesem Fall aber offensichtlich keinen Alarm ausgelöst. Eine Spekulation des Bauern: Die Einbrecher könnten auch den Alarm deaktiviert haben. Die Hofbetreiber haben mittlerweile gesagt, dass die Alarmanlage erst im letzten Monat überprüft. Dass sie ausgefallen ist, sei daher unwahrscheinlich.

Polizei sucht nach den mutmaßlichen Schweinemördern

Der Besitzer schätzt den Schaden nach Polizeiangaben auf rund 100.000 Euro. Nach Angaben eines Polizeisprechers wird in alle Richtungen ermittelt – Hinweise gebe es momentan noch keine, so die Polizei.

Der betroffene Hof gehört der Familie des Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes.; Foto: dpa/picture-alliance

Der betroffene Hof gehört der Familie des Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes.

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Auf Nachfrage von SWR-Reporter Detflef Proges hat der Leiter des Betriebes, Christian Röring, schon am Montag gesagt, er stehe noch immer unter Schock.

Der Hof hat eine traurige Geschichte

Schon im Sommer 2013 sind auf Rörings Hof rund 900 Schweine erstickt – damals, weil die Filteranlage ausgefallen war. Vor rund zweieinhalb Jahren war der Hof dann durch Fernsehberichte in Verruf geraten: Mitglieder der Tierschutzorganisation „Peta“ hatten Aufnahmen von kranken Tieren veröffentlicht und Anzeige gegen den Bauernpräsidenten und seinen Sohn erstattet. Die Staatsanwaltschaft Münster hat damals allerdings keinen Verstoß gegen den Tierschutz festgestellt – das Verfahren wurde eingestellt.

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