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Weil sie finden, dass Hardcore-Pornos ihren Kindern ein ungesundes und frauenfeindliches Bild von Sex vermitteln, haben sich fünf Mütter entschieden, einen eigenen Pornofilm zu drehen.

Die Mütter werden in einer Dokumentation mit dem Titel „Mums make porn“ auf ihrem Weg zum eigenen Pornofilm begleitet.

Die Doku ist ursprünglich eine Idee des Teams um Emma Morgan, Produzentin bei Channel 4. Sie haben sich Statistiken zur Wirkung von Pornofilmen auf Teenager angeschaut und festgestellt, dass immer mehr Jugendliche ihren ersten Kontakt mit dem Thema Sex durch Hardcore-Pornos haben.

Realitätsfremder vs. normaler Sex

Die 40-jährige Sarah, eine der fünf Mütter in der Serie, sei in Tränen ausgebrochen, nachdem sie einen auf Vergewaltigung anspielenden Film gesehen hatte. „Wenn mein Sohn so mit einer Frau umginge, würde er sein blaues Wunder erleben“, sagte sie.

„Pornofilme zeigen keine normalen Frauen. Die Schauspielerinnen und Schauspieler, die sie filmen, geben den Kindern ein falsches Bild. Sie sollen verstehen, dass das nicht normal ist“, sagte Sarah weiter.

Als Reaktion auf ihre Erfahrungen haben sich die fünf Mütter entschieden, im Rahmen von „Mums make porn“ selbst einen Film zu drehen, der eine gesunde Einstellung zu Sex fördert. Laut Sarah Lazenby von Channel 4 sind die Mütter dabei in die Rolle der Regisseurinnen geschlüpft.

Da sie selbst Kinder in jugendlichem Alter haben, ist der Film insbesondere für Jugendliche und Heranwachsende gedacht und thematisiert auch den Umgang mit dem Thema Sex innerhalb von Familien.

Doku-Serie „Mums Make Porn“

Ausgewählt wurden die fünf Mütter für die Doku in einem Casting. Emma Morgan, Produzentin der Doku bei Channel 4, berichtete in einem Interview darüber: „Wir haben gezielt offene Frauen mit klaren, aber unterschiedlichen Ansichten ausgesucht, mit unterschiedlichen persönlichen Hintergründen. Sie bringen auch verschiedene Fähigkeiten mit, die zum Pornofilm beitragen - Schriftstellerin, Stylistin, Make-up Artist oder Fotografin.“

Eine der fünf Mütter beendete die Mitarbeit noch während der Dreharbeiten. Laut Emma Morgan lag das an ihrer persönlichen Einstellung. Sie sei religiös und eine feministische Bloggerin. Sie habe das Gefühl gehabt, einen einmal gedrehten Pornofilm nicht mehr rückgängig machen zu können.

Autor
SWR3