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Svenja Maria Hirt
Svenja Maria Hirt, SWR3; Foto: SWR3/Alexander Winkler
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Was passiert eigentlich, wenn Käse mit Musik beschallt wird? Er schmeckt dann anders. Zu diesem Ergebnis kam ein ungewöhnliches Experiment.

In einem Experiment von einem Schweizer Käsehersteller und Kunststudenten aus Bern reiften sechs Monate lang acht Käselaibe in isolierten Boxen zu acht verschiedenen Klängen – darunter Mozarts Zauberflöte, Led Zeppelin, Techno und Hip-Hop. Ein Laib hatte komplett seine Ruhe.

Am Schluss gab es eine wissenschaftliche Auswertung sowie das Urteil einer kulinarischen Expertenjury. Beide Gruppen stellten fest, dass es je nach Musikrichtung Unterschiede in Geschmack und Geruch des Käses gibt.

Hip-Hop-Käse schmeckt süßlicher

Und tatsächlich: Emmentaler schmeckt milder, wenn er beim Reifen mit Hip-Hop beschallt wurde. Und auch der Geruch ist beim Hip-Hop-Käse süßlicher als bei den anderen Laiben, so Käsehersteller Beat Wampfler in SWR3. Die tiefen Frequenzen würden ein fruchtigeres Aroma mit sich bringen. Ob sich die Käselaibe auch in ihrer Zusammensetzung unterscheiden, soll nun eine biochemische Untersuchung zeigen.

Schallwellen beeinflussen Geschmack

Käse wird mit Musik beschallt; Foto: Tagesschau

Simple Minds, Blues Brothers oder Status Quo – welche Musikrichtung mag dieser Käse wohl am liebsten?

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Bakterien sind verantwortlich für Geschmacksbildung

Wie Käseproduzent Wampfler zu dieser Hypothese kam, erzählte er in SWR3: „Der Käse reift mit Bakterien, die sich auf der Oberfläche, auf der Rinde befinden. Diese Bakterien produzieren Enzyme und diese spalten Eiweiße und Fette. Diese Stoffwechselprozesse sind für die Geschmacksausprägung wichtig. Und weil wir glauben, dass Bakterien auf Schallwellen reagieren, glauben wir auch, dass der Käse so auch ein anderes Aroma bekommt.“

Beat Wampfler und Michael Harenberg glauben an die positive Wirkung von Musik auf den Emmentaler.; Foto: Tagesschau

Käsehersteller Beat Wampfler und Michael Harenberg, von der Hochschule der Künste in Bern, glaubten an die positive Wirkung von Musik auf den Emmentaler.

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Svenja Maria Hirt
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