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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Bisher hatte ein schwarzes Gerippe an den verheerenden Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo in der Silvesternacht erinnert – jetzt wird es abgerissen. Unterdessen wird klar, dass bei dem Brand wohl noch mehr Tiere starben als bisher bekannt war.

Gut sechs Wochen nach dem schweren Brand im Krefelder Zoo beginnen am Montag die Abrissarbeiten an dem ausgebrannten Affenhaus. Wie aus einer Vorlage für den Stadtrat hervorgeht, sollen zunächst die stählernen Überreste des Dachs abgerissen werden.

Krefelder Affenhaus nach Brand; Foto: picture alliance/Christoph Reichwein/dpa

Das abgebrannte Affenhaus ist nur noch ein Gerippe. Das Dach soll zuerst abgerissen werden.

picture alliance/Christoph Reichwein/dpa

Wohl doch mehr Affen gestorben

Ebenfalls Inhalt des Papiers: eine neue Zahl der getöteten Affen. Demnach sind in der Silvesternacht mehr als 50 Tiere bei dem Feuer getötet worden. Bisher war lediglich von rund 30 Tieren die Rede gewesen.

Unter ihnen waren laut der Ratsvorlage acht Menschenaffen, sowie goldene Löwenäffchen, Silberäffchen, Weißgesichtsakis, Zwergseidenäffchen. Außerdem seien dabei auch Epauletten-Flughunde „und diverse tropische Vögel“ umgekommen.

Zwei Schimpansen haben überlebt

Die zwei überlebenden Schimpansen sind nach früheren Angaben des Zoos auf dem Weg der Besserung. Bis dahin war es aber ein langer Weg: Erst Ende Januar zeigte einer der beiden wieder ein sogenanntes Imponierverhalten. Das heißt: Er sträubt sein Fell, klopf gegen Metalltüren und wedelt mit Ästen. „Das hat er zuvor nicht gemacht“, berichtete eine Sprecherin damals. Es zeige, dass der Schimpanse sich weiter psychisch stabilisiere.

Schimpansen-Weibchen Bally liegt in einem Gehege des Krefelder Zoos im Stroh und isst Lauch. Sie hat das Feuer im Affenhaus überlebt.; Foto: picture alliance/-/Zoo Krefeld/dpa

Bally geht es immer besser: Wann die Schimpansen-Dame in einen anderen Zoo umzieht, ist noch unklar.

picture alliance/-/Zoo Krefeld/dpa

Pfleger sind erleichtert

Für das Weibchen Bally sei dieses Dominanzverhalten des Schimpansen-Männchens normal. „Die Pfleger sind erleichtert“, sagte die Sprecherin.

Nach Angaben des Zoos sind die äußeren Wunden der beiden Schimpansen längst verheilt. Sie haben ein neues, abgeschirmtes Domizil in den Innenanlagen des Gorillagartens auf dem Gelände – allerdings ohne Kontakt zu der im Zoo lebenden Gorillafamilie. Wie die Zukunft für Bally und Limbo aussieht, ist noch nicht klar. Die beiden sollen auf lange Sicht den Zoo verlassen und umziehen, damit sie wieder mit anderen Schimpansen zusammenleben können.

Himmelslaterne löste Feuer aus

In der Silvesternacht war das Affenhaus auf dem Zoogelände abgebrannt. Auslöser war laut Ermittlungen der Polizei eine mit einer kleinen Flamme betriebene Himmelslaterne. Drei Frauen haben gestanden, sie gestartet zu haben. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

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Laura Bisch
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Isabel Gebhardt
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