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Von seiner Partei, der AfD, hat er schon eine Abmahnung kassiert. Jetzt kümmert sich auch noch die Staatsanwaltschaft Dresden um Ex-Richter Jens Maier – wegen eines Tweets über Noah Becker.

Anfang Januar war über den Twitter-Account des AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier ein rassistischer Tweet über Noah Becker abgesetzt worden. Jetzt geht die Staatsanwaltschaft Dresden dem Verdacht der Beleidigung nach. Das berichtet die Zeitung Welt.

Nach Informationen der Zeitung ist die Immunität, die Bundestagsabgeordnete vor solchen Ermittlungen schützt, für die Dauer des Verfahrens aufgehoben.

Über den Twitter-Account des AfD-Bundestagsabgeordneten und sächsischen Ex-Richters Jens Maier war Anfang Januar in Richtung Noah Becker der Satz gepostet worden: „Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.“

Maier beschuldigt Mitarbeiter

Der Kommentar bezog sich auf ein Interview von Becker junior. Darin hatte er erklärt, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine „weiße Stadt“, er selbst sei wegen seiner braunen Hautfarbe attackiert worden.

Maier erklärte, der rassistische Post wurde von einem Mitarbeiter veröffentlicht – nicht von ihm selbst.

Becker: „Damit muss endlich Schluss sein!“

Noahs Vater, der ehemalige Tennis-Star Boris Becker, hatte in einem Gastbeitrag der Welt am Sonntag auf den Tweet reagiert: „Es ist Zeit, aufzustehen, den Finger zu heben und auf die Straße zu gehen. Hier und auf der ganzen Welt.“

Niemand werde für rassistische Äußerungen bestraft, niemand müsse büßen, und am Ende werde das Thema totgeschwiegen, schreibt Becker. „Damit muss endlich Schluss sein! Bei diesem Thema gibt es keine Grauzone. Wir haben doch nun wirklich aus unserer Vergangenheit gelernt.“

Seinen Sohn habe das Ganze „schon ziemlich hart getroffen“. Er sei aber erstaunt gewesen, wie aufgeräumt er auf eine solche Aussage reagiert habe. „Da hat er mir in seinen jungen Jahren einiges voraus, ich bin bei diesem Thema deutlich emotionaler.“ Noah hatte zu Vice.com gesagt, „Menschen mit Hass müssen wir mit Liebe begegnen“.