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Der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz möchte, dass Lehrer besser wissen, wie Youtube funktioniert. So sollen sie besser auf Videos wie das von Rezo reagieren können.

Waren Lehrerinnen und Lehrer nicht gut genug auf Rezos Video „Die Zerstörung der CDU“ vorbereitet? Alexander Lorz (CDU), hessischer Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz, will mit Fortbildungen dafür sorgen, dass noch mehr Lehrerinnen und Lehrer wissen, wie Plattformen wie Youtube funktionieren und was sich dort abspielt. So soll sich die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler verbessern.

Youtube zur Meinungsbildung nutzen

Lorz sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Ich fände es gut, wenn Lehrer sich mit Schülern gemeinsam solche Videos anschauen und sie dann mit ihnen zusammen analysieren - so wie man es im Unterricht ja gelegentlich auch mit Politikerreden macht.“ So soll ein fundierter Dialog entstehen, der den Schülerinnen und Schülern helfen soll, sich eine eigenständige Meinung zu bilden.

Lorz kritisiert Rezo
Alexander Lorz (CDU) will Lehrerinnen und Lehrer digital für Youtube schulen; Foto: picture alliance/Silas Stein/dpa

Präsident der Kultusministerkonferenz Alexander Lorz

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Grundsätzlich finde Lorz es gut, wenn über Youtube politische Themen an junge Menschen herangebracht würden. Inhaltlich hat er an Rezos Video jedoch einiges zu kritisieren: Es sei für ihn eine einseitige Tirade, „bei der mit einer im Sinne der eigenen Meinung geschickt orchestrierten Zusammenstellung von Fakten gearbeitet wird“.

Mit der Reaktion seiner Partei auf das Video ist der CDU-Politiker aber auch nicht zufrieden: Auf ein Youtube-Video mit einer PDF-Datei zu antworten, sei auch nicht schlau gewesen.

Digitalpakt II gefordert

Neben der Kritik an Rezos Video forderte Lorz schon jetzt einen Nachfolger des im März beschlossenen Digitalpaktes. Der unterstützt bis 2024 die Digitalisierung an Schulen mit fünf Milliarden Euro und soll beispielsweise WLAN und neuere Technik in den Schulgebäuden ermöglichen. Digitalisierung sei eine Daueraufgabe und die Länder dürften auf den Kosten nicht allein sitzenbleiben, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Heutige Technik sei in fünf Jahren schon wieder veraltet. Deshalb müsse „auf den Digitalpakt, der 2024 ausläuft, muss ein Digitalpakt II oder Ähnliches folgen“.