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Rockland County (USA) hatte vor wenigen Tagen den Notstand ausgerufen, nachdem dort Dutzende neue Infektionen mit Masern registriert wurden. Mittlerweile haben sich Hunderte Menschen impfen lassen.

Im Landkreis Rockland County (New York, USA) hatte man die Masern im Jahr 2000 eigentlich schon für ausgerottet erklärt. Seit letztem Jahr häufen sich die Fälle aber wieder: Zu Beginn der Woche gab es 153 registrierte Masernerkrankungen. In Reaktion darauf hat der Landkreis den Notstand ausgerufen und ein Schulverbot für nicht geimpfte Kinder verhängt.

Hunderte Impfungen

Die Maßnahmen der Behörden zeigen Wirkung: Innerhalb von zwei Tagen haben sich Hunderte Menschen gegen Masern impfen lassen. In einem Fernsehinterview sagte Landrat Ed Day, dass seit Mittwoch mehr als 500 Menschen zum Impfen gekommen seien.

Größter Masernausbruch der USA seit 2000

Demo gegen Impfgebot; Foto: dpa/picture-alliance

Auch in Olympia (Washington) will man Konsequenzen aus dem Masernausbruch ziehen: Hier soll das Impfen Pflicht werden. Impfgegner protestierten vor dem Kapitol.

dpa/picture-alliance

Seitdem der Notstand gilt, dürfen sich Minderjährige nicht mehr auf öffentlichen Plätzen aufhalten. Das Verbot gilt an Orten, an denen sich mehr als zehn Personen versammeln könnten.

Dazu gehören laut CBS New York neben Läden und religiösen Stätten auch der öffentliche Nahverkehr – und Schulen. Die Anordnung gilt für die kommenden 30 Tage (Startdatum war der 26. März).

Jeder dritte Minderjährige nicht geimpft

Derzeit betreffen 84% der Masernfälle unter 18-Jährige. 15% davon sind weniger als ein Jahr alt. Insgesamt sind rund ein Drittel der Minderjährigen Landkreis im Rockland County nicht geimpft.

Besonders betroffen von dem derzeitigen Masernausbruch ist die orthodoxe jüdische Gemeinde der sogenannten Chassiden. Viele orthodoxe Juden lehnen Impfungen aus religiösen Gründen ab.

Auch in Deutschland haben sich Masernfälle in der Vergangenheit gehäuft, weshalb die Bundesregierung eine mögliche Impfpflicht geprüft hat.

Schulverbote für ungeimpfte Minderjährige

Bereits Ende letzten Jahres hatte Rockland County ein Schulverbot für ungeimpfte Minderjährige erlassen. Es galt an Schulen, wo mehr als 5% der Schüler*innen nicht geimpft waren. Das Verbot gilt bis jetzt, eine Klage gegen diese Bestimmung ist am 12. März abgewiesen worden.

Die Eltern ausgeschlossener Schulkinder berichteten, dass das Verbot sozial und psychologisch schwer für die Kinder sei. Anwalt Michael Sussman, der die Eltern von 44 Schulkindern an der Green Meadow Waldorfschule vertrat, behauptete, dass 97% der Schüler*innen an der betroffenen Schule gegen die Krankheit immun seien.

Die in der Vergangenheit ausgesprochenen Verbote sollen vor allem Eltern davon überzeugen, ihre Kinder impfen zu lassen. An der Green Meadow Schule hat sich die Impfrate beispielsweise seitdem fast verdoppelt.

Schutz der Schwächeren geht vor

„Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um diesen Ausbruch zu beenden“, sagte Landrat Day im Zusammenhang mit dem jetzt ausgerufenen Notstand. Dabei muss man beachten, dass es Menschen gibt, die aus medizinischen Gründen nicht gegen die Krankheit geimpft werden können. Auch Kinder unter einem bestimmten Alter können nicht gegen Masern geimpft werden und ältere Menschen sind ebenfalls anfälliger.

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