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Eines der schlimmsten Unwetter seit Jahren hat das Insel-Paradies Hawaii verwüstet: Auf Kauai stehen Städte unter Wasser und hunderte Menschen müssen sich in Sicherheit bringen.

In nur 24 Stunden hat es am Samstag und Sonntag an der Nordküste von Kauai 71,5cm geregnet. Das hat dafür gesorgt, dass im Ferienparadies Straßen überflutet wurden und ganze Orte immer noch von der Außenwelt abgeschnitten sind. Am Kuhio Highway, der „Inselautobahn“, gingen acht Erdrutsche ab. Autos und Lastwagen wurden ins Meer gespült, hunderte Menschen mit Hubschraubern oder Booten aus den überfluteten Gebieten gerettet.

Damm droht zu brechen

Das Haus von Richard Morris Schwester in Hanalei wurde zerstört.; Foto: dpa/picture-alliance

Das Haus von Richard Morris Schwester in Hanalei wurde zerstört.

dpa/picture-alliance

Im Kalihiwai Valley mussten die Anwohner evakuiert werden, weil ein Damm brechen und das Tal überfluten könnte. Die Orte Hanalei, Wainiha und Haena sind von der Außenwelt abgeschnitten, weil der Hanalei River so viel Wasser mit sich führt, dass die einzige Brücke auf die andere Seite der Insel überflutet ist.

Schäden noch nicht klar

Ob es Tote oder Verletzte gegeben hat, kann die Inselregierung noch gar nicht sagen: „Es ist noch viel zu früh, die Auswirkungen des Sturms und die Schäden abzuschätzen“, wird Inselbürgermeister Bernard Carvalho jr. in einer Mitteilung zitiert. Dutzende Häuser und Geschäfte seien zerstört, jetzt konzentriere man sich darauf, den Eingeschlossenen zu helfen und Vermisste zu suchen und zu retten.

Bewohner retten sich auf Häuser

Viele Menschen an der Nordküste mussten sich auf die Dächer ihrer Häuser retten, weil das Wasser aus den Bergen so schnell heruntergedonnert kam, dass eine Flucht nicht mehr möglich war. „Als das Wasser kam, hat es nur ein paar Sekunden gedauert. Dann habe ich mich entschieden, auf das Dach zu klettern“, sagte Flora Quick aus Hanalei dem Nachrichtendender Hawaii News Now.

Vom Dach sei sie dann mit einem Jetski gerettet worden. Das Wasser sei so stark um ihr Haus herumgeströmt, dass es zu wackeln begonnen habe: „Ich konnte fühlen, wie mein Haus bebte. Noch ein bisschen mehr und es wäre davongespült worden – und das wäre es dann gewesen“, so Quick.

Posted by Bethany Compton on Sunday, April 15, 2018

Autos und Lastwagen im Meer

Dieses Szenario ist gar nicht so abwegig, denn die Wucht der Schlammwellen spülte mehrere Autos und Lastwagen vom Strand ins Meer gespült. Auch mehrere Häuser konnten dem Druck nicht standhalten und stürzten ein. Straßen wurden unterspült und Bäume stürzten um.

Die Orte Wainiha und Haena an der Nordküste von Kauai sind seit dem schweren Unwetter am Wochenende ohne Strom. Das Kauai County hat eine Warnmeldung herausgegeben: Das Wasser aus dem Wasserhahn sei ungenießbar und sollte nicht verwendet werden.

Gouverneur schickt Hilfe aus der Luft

Der Gouverneur von Hawaii, David Ige, sagte Reportern nach einem Rundflug über das Flutgebiet, die Zerstörungen im Norden von Kauai seien flächendeckend. Zwei Militärhubschrauber seien geschickt worden, um die eingeschlossenen Menschen mit Nahrungsmitteln, Wasser und medizinischen Vorräten zu versorgen.

Autor
Björn Widmann
Autor
SWR3