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Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Russland-Sonderermittler Robert Mueller ist ein Stachel in Trumps Fleisch. Ausgerechnet sein neuer Justizminister, William Barr, hat sich nun kurz vor seiner Amtseinführung als Unterstützer Muellers geoutet.

Viele Monate hatte sich US-Präsident Donald Trump mit seinem Justizminister Jeff Sessions gestritten. Vor allem, dass Sessions nicht gegen FBI-Sonderermittler Robert Mueller vorgehen wollte, nahm Trump ihm übel.

Mueller untersucht, ob es im letzten Wahlkampf geheime Absprachen zwischen Trumps Team und russischen Offiziellen zur Beeinflussung der US-Wahl gegeben hat. Und er scheint immer stärker voranzukommen: Mehrere frühere Trump-Vertraute kooperieren mittlerweile mit ihm.

„Mueller wird seine Arbeit zu Ende führen“

Anfang November war Sessions dann zurückgetreten. Sein Nachfolger dürfte William Barr werden, der bereits unter George Bush senior Justizminister gewesen war. Würde er Trump vor Mueller beschützen?

Das jedenfalls scheint Trump gehofft zu haben. Am Dienstagabend dann der Paukenschlag: Bei seiner Anhörung im Senat dachte Barr gar nicht daran, sich kritisch gegenüber Mueller zu äußern. Im Gegenteil: „Unter meiner Aufsicht wird Bob (so Muellers Spitzname) erlaubt werden, seine Arbeit zu Ende zu führen“, stellte Barr klar.

„Absolut“ unparteiisch

Und damit nicht genug: Der 68-Jährige widersprach Trumps Einschätzung, dass es sich bei Muellers Ermittlungen um eine „Hexenjagd“ handele: „Ich glaube nicht, dass Herr Mueller an einer Hexenjagd beteiligt wäre.“ Er kenne Mueller seit 30 Jahren und sei mit ihm befreundet. Auf die Frage, ob er Mueller für unparteiisch halte, sagte Barr: „Absolut.“

Nächster Schlag: Er glaube selbst, „dass die Russen sich in die Wahlen eingemischt haben - versucht haben, sich einzumischen - und dass wir der Sache auf den Grund gehen müssen“, erklärte Barr den Senatoren. Er verwies lediglich darauf, dass Trump jegliche Absprachen mit Russland dementiere.

Die Ergebnisse von Muellers Abschlussbericht wolle er öffentlich machen, wenn sie da seien. „Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass die Öffentlichkeit und der Kongress über die Ergebnisse der Arbeit des Sonderermittlers informiert werden“, sagte der Kandidat.

Reaktionen: Bislang keine. Trumps Twitter-Account lag am Mittwochmorgen (mitteleuropäischer Zeit) seit 15 Stunden unberührt da.

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