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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Am 1. Dezember wählt die Evangelische Landeskirche in Württemberg ihre neuen Kirchengemeinderäte. Um so viele Wähler wie möglich zu gewinnen, hat die Kirche einen witzigen Spot produzieren lassen.

Jesus in der Cocktaiö-Bar; Foto: Facebook / Evangelische Landeskirche in Württemberg

Sogar das Wasser beim Zähneputzen verwandelt sich in Jesus Hand in Wein

Facebook / Evangelische Landeskirche in Württemberg

In knapp zwei Wochen steht in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg die Kirchenwahl an. Am 1. Dezember wählen die etwa 1,8 Millionen Wahlberechtigten neue Kirchengemeinderäte und eine neue Landessynode. Und dafür rührt die Kirche gerade ganz ordentlich die Werbetrommel – unter anderem mit einem witzigen Spot auf Facebook. Der Kurzfilm, in dem ein Jesus-Darsteller nicht so viel Glück mit der Auswahl der Getränke in einer Cocktailbar hat, läuft eine Woche lang auch in verschiedenen Kinos in Baden-Württemberg – in Stuttgart, Ulm, Heilbronn und Sindelfingen.

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In Jesus Händen verwandelt sich alles in Wein

In dem gut eine Minute langen Clip sitzt ein hellhäutiger Mann mit Bart, der sehr stark an Jesus erinnert, in einer Cocktailbar. Er bestellt einen Cocktail nach dem anderen, kommt aber gar nicht zum Trinken. Denn jedes Mal, wenn er einen Cocktail in die Hand nimmt, verwandelt der sich in Rotwein. Dass das dem Protagonisten nicht gefällt, ist klar.

Zentrale Botschaft des Spots: „Er hätte gern die Wahl gehabt. Du hast sie.“ Damit will die Evangelische Kirche in Württemberg so viele Wähler wie nötig für die Wahl mobilisieren. Dabei werden etwa 10.000 neue Kirchengemeinderäte gewählt, die zusammen mit den Pfarrerinnen und Pfarrern fast 1.250 Kirchengemeinden leiten. Außerdem wird die Landessynode, das Kirchenparlament der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, neu gewählt.

Kritik von Pfarrern

Klar, dass die Aktion nicht jedem gefällt. Die Bild-Zeitung zitiert zwei württembergische Pfarrer, die nichts mit dem Spot anfangen können. „Was uns Gläubigen heilig ist, wird
hier in unsäglicher Weise verhöhnt“, sagt demnach Pfarrer Ernst Nestele aus Winterlingen.

Der Sprecher der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Oliver Hoesch, sagte, bisher gebe es aber bis auf ganz wenige Ausnahmen sehr positive Reaktionen auf den Werbeclip. Denn die Story spiele auf die biblische Geschichte der Hochzeit zu Kana an, in der Jesus Wasser zu Wein verwandelt. Im Clip allerdings eher unfreiwillig.

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