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Manche sind eben gleicher als andere – auch bei Twitter: Der Kurznachrichtendienst hat jetzt klargemacht, dass Tweets von Staats- und Regierungschefs grundsätzlich nicht gelöscht werden.

Donald Trump; Foto: dpa/picture-alliance

Steht bei Twitter unter besonderem Schutz: Sprüchereißer Donald Trump.

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Politiker auf dieser Ebene hätten einen besonderen Status, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Würden die strittigen Tweets gelöscht, würden wichtige Informationen zurückgehalten, welche die Menschen erfahren und über die sie debattieren müssten.

Der Auslöser der Diskussion? Natürlich Donald Trump. Der hatte am Mittwoch in Richtung Nordkorea getwittert: „Könnte jemand aus seinem verarmten und ausgehungerten Regime ihn bitte informieren, dass ich ebenfalls einen Nuklear-Knopf habe, aber es ist ein viel größerer und machtvollerer Knopf als seiner und mein Knopf funktioniert!“

Eine Frage des „öffenlichen Interesses“

Danach forderten Nutzer Twitter auf, den Account des Präsidenten, der offenbar die Finger nicht stillhalten kann, zu sperren. Sein Getwitter sei eine Gefahr für den Weltfrieden und eine Verletzung von Twitter-Regeln zu Gewaltäußerungen.

Aber keine Chance: Bereits im September hatte Twitter deutlich gemacht, dass der "Nachrichtenwert" und die Frage, ob ein Tweet von "öffentlichem Interesse" sei, vor einer Löschung geprüft würden.

So darf Trump also weiterhin twittern wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Und das tut er auch: In der Nacht auf Samstag schoss er eine heftige Breitseite gegen seinen früheren Vertrauten, Chefstrategen und geistigen Mentor ab – den rechtsgerichteten Journalisten Steve Bannon.

Trump haut schon wieder in die Tasten...

Der ehemalige „Trump-Flüsterer“, wie ihn viele nannten, der dem Präsidenten beispielsweise die Idee mit dem Zaun in Richtung Mexiko in den Kopf gesetzt haben soll, hatte im August seinen Posten als Chefstratege des Präsidenten räumen müssen. Er soll vielfältige Kontakte zu rassistischen Neonazibewegungen gehabt haben.

Jetzt ließ sich Bannon in dem neuen Enthüllungsbuch von Michael Wolff zur Russland-Affäre zitieren: Das Treffen von Trumps Sohn Donald Junior mit einer russischen Anwältin während des Wahlkampfes sei „Verrat“, sagte er unter anderem.

Trump zog daraufhin so heftig vom Leder, wie man es von ihm kennt: „Michael Wolff ist ein totaler Verlierer, der Storys erfunden hat, um sein echt langweiliges und verlogenes Buch zu verkaufen. Er hat dazu Sloppy Steve Bannon (etwa: „den liederlichen Steve“) benutzt, der geheult hat, als er gefeuert wurde und um seinen Job gebettelt hat. Jetzt hat fast jeder Sloppy Steve fallen lassen, wie einen Hund. Zu schade!“

Gut, dass uns das nicht entgangen ist!


Autor
Christian Kreutzer
Autor
SWR3