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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Warum sind die Dinosaurier ausgestorben? Mit dieser Frage haben wir uns sicher alle schon einmal beschäftigt. Jetzt gibt es eine neue Studie dazu – und die widerlegt eine bekannte Theorie.

Schuld war offenbar doch der Asteroid! Wissenschaftler des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) haben sich mit dem Aussterben der Dinosaurier am Ende der Kreidezeit auseinandergesetzt und ihre Erkenntnisse in einer neuen Studie veröffentlicht. Demnach geht der Dino-Tod alleine auf das Konto des berüchtigten Chicxulub-Asteroiden. Durch seinen Einschlag vor 66 Millionen Jahren sei es zu einer massiven Versauerung der Ozeane gekommen.

Andere Theorien wie zum Beispiel das der zunehmende Vulkanismus einen Einfluss auf das Leben der Dinosaurier hatte, schlossen die Wissenschaftler aus.

Chicxulub-Asteroid trägt „Alleinschuld“

Belege für die These von der „Alleinschuld“ des Asteroiden am Ende der Dinosaurier leiteten der GFZ-Forscher Michael Henehan und seine Kollegen aus den Überresten winziger Kalkalgen ab. Die hatten die Wissenschaftler bei einer Exkursion in die Niederlanden in einer Höhle entdeckt. „In dieser Höhle hat sich eine besonders dicke Tonschicht aus der unmittelbaren Zeit nach dem Aufprall angesammelt, was wirklich sehr selten ist“, erklärte Henehan.

Fußbadruck eines Dinosauriers im australischen Broome; Foto: picture alliance / newscom

Im australischen Broome hat ein Dinosaurier diesen Fußabdruck hinterlassen.

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In den meisten Fällen lagert sich Sediment laut GFZ so langsam ab, dass ein so abruptes Ereignis wie ein Asteroideneinschlag in den Gesteinsarchiven schwer nachzuvollziehen ist. „Da dort so viel Sediment auf einmal abgelagert wurde, konnten wir genügend Fossilien für die Analyse gewinnen, und wir konnten den Übergang erfassen“, berichtete Henehan.

„Unsere Daten sprechen gegen eine graduelle Verschlechterung der Lebensbedingungen vor 66 Millionen Jahren“, erläuterte Henehan. Die Ergebnisse zeigten auch, dass die Ozeane Millionen Jahre der Erholung nach dem Einschlag des Asteroiden brauchten. Der Studie zufolge waren die Ozeane nach dem Aufprall so sauer, dass Organismen nicht überleben konnten, die ihre Schalen aus Kalk herstellten. Es dauerte laut Henehan mehrere Millionen Jahre, bis sich Flora und Fauna wieder erholt hatten.

Bis zu 75 Prozent aller Tierarten starben aus

Der Asteroid schlug bei seinem Impakt den Chicxulub-Krater im Golf von Mexiko. Bis zu 75 Prozent aller Tierarten starben damals aus. Der Einschlag markiert die Grenze zweier Erdzeitalter – der Kreidezeit und des Paläogens.

Die Studie entstand hauptsächlich an der Universität Yale, dort war Henehan lange Zeit tätig. Sie wurde nun im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

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