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Isabel Gebhardt
Isabel Gebhardt, SWR3; Foto: SWR3
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Die Erde, der blaue Planet. Das haben wir alle schon einmal gehört. Doch vielleicht muss es bald heißen: die Erde, der noch blauere Planet. Denn Forscher haben herausgefunden, dass der Klimawandel auch das Wasser verändert und somit das Aussehen der Erde.

Die Erde ist etwa zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Deshalb hat sie den Namen „der blaue Planet" bekommen. Doch das Blau der Ozeane ist nicht überall gleich. Es gibt Stellen, an denen das Wasser heller ist oder dunkler oder auch grünlich.

Diese Farbpalette könnte sich jetzt aber ändern. In der Zeitschrift Nature Communications wurde eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass sie das Aussehen der Erde bis Ende diesen Jahrhunderts extrem verändern wird. Dem Bericht nach soll etwa die Hälfte der Ozeanfläche bis 2100 ihre Farbe wechseln. Dahinter stecke der Klimawandel, so die Forscher.

Blau wird blauer, grün wird grüner
Phytoplankton im Ozean; Foto: dpa/picture-alliance

So sieht der Phytoplankton im Ozean aus.

dpa/picture-alliance

Die Meeresökologin Stephanie Dutkiewicz vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ihr Team haben herausgefunden, dass sich vor allem die Farbunterschiede ändern werden. Blaue Flächen werden demnach also noch blauer, grüne Flächen noch grüner.

Für die Färbung ist Phytoplankton verantwortlich. Laut Dutkiewicz haben Rechnungen ergeben, dass zum Beispiel algenarme Regionen wie die Subtropen noch blauer werden. Das heißt, dort wird es künftig weniger Plankton geben. Anders sieht es rund um die Pole aus. Dort soll ein regelrechter Plankton-Boom stattfinden und das Wasser grüner färben als bisher.

Auswirkungen auf Nahrungskette und Erderwärmung

„Diese Veränderungen sind schlecht, da sie sich definitiv auf die gesamte Nahrungskette auswirken werden“, sagte Dutkiewicz in einem CNN-Interview. Doch Plankton ist nicht nur Nahrung für viele Lebewesen im Meer. Die Organismen betreiben auch Photosynthese. Sie produzieren so die Hälfte des weltweiten Sauerstoffs und schlucken Kohlendioxid. Damit tragen sie aktiv dazu bei, die Erderwärmung zu mindern.

Für ihre Studie nutzen die Wissenschaftler Satellitenbilder von heute bis in die 1990er Jahre zurück. Auf deren Basis arbeiteten sie mit Computermodellen, die von einer Wassererwärmung von drei Grad Celsius bis 2100 ausgehen. Das ist ein Mittelwert von dem Klimaforscher derzeit ausgehen.

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