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Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
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Wie laut ist laut? Was kann der Mensch aushalten, ohne Schlafstörungen oder Herz-Kreislauf-Probleme zu bekommen? Die WHO hat neue Lärmschutzrichtlinien herausgegeben – erstmals auch für Windräder und Kneipen-Besuche.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einem Bericht neue Richtlinien herausgegeben. Demnach sollten Windenergieanlagen durchschnittlich 45 Dezibel tagsüber nicht überschreiten.

„Lärm von Windenergieanlagen oberhalb dieses Wertes ist mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden“, heißt es in dem Bericht. Für die nächtliche Höchstbelastung spricht die WHO keine Empfehlung aus. Dafür gebe es noch nicht genügend aussagefähige Studien.

Richtwert des Umweltbundesamt liegt bei 55 Dezibel

Für Anlagen in Wohngebieten gilt laut deutschem Umweltbundesamt ein Immissionsrichtwert von 55 Dezibel tagsüber und 40 Dezibel nachts. An diese Vorschrift müssen sich auch Windparks halten. Zum Vergleich: Flüstern hat etwa 30 Dezibel, leise Radiomusik 50, ein Haartrockner 70 und eine Kreissäge 100 Dezibel.

Unterschiedliche Grenzwerte

Für Straßen-, Schienen- und Luftverkehr empfiehlt die WHO folgende Grenzen: Für die durchschnittliche Lärmbelastung durch Straßenverkehr tagsüber nicht mehr als 53 Dezibel, bei Schienenverkehr nicht mehr als 54 Dezibel und für Flugverkehr nicht mehr als 45 Dezibel. Die nächtlichen Richtwerte sind 45 Dezibel für Straßenverkehr, 44 Dezibel für Schienen- und 40 Dezibel für Luftverkehr.

„Das ist ambitioniert“, sagte Thomas Myck. Er ist beim Umweltbundesamt Fachgebietsleiter für Lärmminderung bei Anlagen und Produkten. In Deutschland lägen die entsprechenden Richtwerte derzeit noch wesentlich höher. „Da besteht deutlicher Handlungsbedarf.“ Die WHO-Analyse sei ein wichtiger und fundierter Meilenstein dafür, die gesetzlichen Vorgaben fortzuentwickeln.

Denn übermäßige Lärmbelastung kann ein echtes Gesundheitsrisiko sein, sagt Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, „es trägt beispielsweise zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei“.

Jahresdurchschnitt von 70 Dezibel

Neue Richtlinien hat die WHO auch für Freizeitlärm festgelegt. Dazu zählen Besuche von Nachtclubs, Kneipen, Live-Sportveranstaltungen, Fitnesskursen, Konzerten und das Hören von lauter Musik über persönliche Abhörgeräte.

Die WHO empfiehlt, die Lärmbelastung im Jahresdurchschnitt von allen Quellen zusammen auf weniger als 70 Dezibel zu begrenzen, „weil Freizeitlärm oberhalb dieses Wertes mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden ist“.

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