Die angebliche Ausweisung von holländischen Kühen aus der Türkei hat weltweit für einen Aufschrei gesorgt. Jetzt kommt raus, die Meldung ist offenbar ein Fake.

Die Geschichte passte perfekt in eine Reihe skurriler Protestaktionen im Streit der Türkei mit den Niederlanden. Nach Recherchen des ZDF und RP Online gibt es allerdings einige Haken an der Sache. Offenbar hat die türkische Regierungspartei AKP von Präsident Erdogan die Geschichte erfunden.

Tiere wurden geschlachtet

Die Bilder der Kühe wurden nach einem Bericht des ZDF auf einer Wiese vor einem Schlachthof aufgenommen. Die Tiere wurden danach nicht etwa in die Niederlande transportiert, sondern in den Schlachthof. Dort wurden sie ordnungsgemäß geschlachtet.

Das niederländische Außenministerium hat von den Kühen auch erst durch die Presse erfahren und weiß nichts von einer Rückführung. Man gehe davon aus, dass die Geschichte nicht stimmt, hieß es auf Anfrage von RP Online.

Kühe stammten nicht aus Holland

Außerdem stammten die Kühe wohl gar nicht aus den Niederlanden, sondern aus der West-Türkei. Das linke türkische Internet-Portal "Sol Haber Portali" zitiert einen Landwirtschafts-Experten. Er sagte, die Holsteiner Kühe aus dem Ort Biga seien in der Türkei geboren worden. In der Regel kaufe die Türkei ihre Rinder auch in Uruguay und Argentinien und nicht in Holland.

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