Autor
Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Vier von fünf Krankenhäusern in Deutschland suchen dringend Pflegepersonal. Das geht aus einem Bericht des Deutschen Krankenhausinstituts hervor. Darin steht auch: die Situation wird immer schlimmer.

Die Zahlen stammen aus dem Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). Die Umfrageergebnisse beruhen auf den schriftlichen Angaben von 268 Allgemeinkrankenhäusern mit mehr als 100 Betten.

17.000 Pfleger gesucht

Laut dem Bericht sind derzeit bundesweit rund 17.000 Pflegestellen unbesetzt. Der Umfrage zufolge hat sich die Zahl der vakanten Pflegestellen seit 2016 enorm erhöht – in der Intensivmedizin um 50 Prozent, auf Allgemeinstationen sogar um mehr als 200 Prozent. Je größer das Klinikum, desto heftiger seien die Probleme.

Dieser Fachkräftemangel habe dazu geführt, dass bestimmte Dienstleistungen nicht mehr angeboten werden könnten – zum Beispiel müssten in jedem dritten Krankenhaus Intensivbetten gesperrt und Fachbereiche von der Notfallversorgung abgemeldet werden.

Drei Viertel der Kliniken suchen dringend Mediziner

Auch was Mediziner angeht, sieht es nicht besser aus: Von den fast 2.000 Kliniken in Deutschland suchen drei Viertel dringend neue Ärzte. Diese Zahlen machen deutlich, dass es einen ungeheuren Handlungsdruck gebe, mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß.

Die Situation verschärfe sich „dramatisch“. Die Politik müsse deshalb „dringend wirksame Gegenmaßnahmen zur Entlastung des Personals ergreifen, sonst steuern wir auf eine ernste Versorgungskrise hin“. Um die Situation tatsächlich zu verbessern, fordert Gaß, die Bürokratie an den Kliniken zu verringern.

Wirtschaftliche Situation ist auch schlechter

Auch wirtschaftlich geht es den Krankenhäusern der Studie zufolge schlechter: Im letzten Jahr hätten 40 Prozent von ihnen Verluste gemacht. Zum Vergleich: 2017 seien es noch 30 Prozent gewesen.

Gleichzeitig sind die Erwartungen für das Jahr 2020 alles andere als optimistisch. Nur für ein Sechstel aller Kliniken – konkret für 17 Prozent – erwarten die Betreiber eine Verbesserung. Für 44 Prozent der Häuser wird dagegen prognostiziert, dass es weiter bergab geht.

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