Autor
Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Tausende warten in Deutschland auf Spenderorgane. Die Regierung will dieses Problem durch eine Widerspruchslösung in den Griff kriegen. Dadurch wäre grundsätzlich jeder Spender, wenn er nicht aktiv widerspricht.

Rund 9.000 Patienten warten in Deutschland, laut Eurotransplant, auf Spenderorgane. Um diese Zahl zu verringern, hat sich die neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Schmidtke (CDU), für eine Widerspruchslösung ausgesprochen.

Widerspruchslösung bei Organspenden; Foto: SWR3.de

Nachrichten Widerspruchslösung bei Organspenden

Dauer

Schmidtke: Jeder von uns könnte auf ein Organ angewiesen sein

Patientenbeauftragte der Bundesregierung Claudia Schmidtke (CDU); Foto: dpa/picture-alliance

Schmidtke: „Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass jeder von uns schon morgen in diese Situation kommen und auf ein Organ angewiesen sein könnte.“

dpa/picture-alliance

Schmidtke sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Angesichts der vielen tausend Menschen, die in Deutschland verzweifelt auf ein Spenderorgan warten, halte ich diese Pflicht für zumutbar“. Sie fügte hinzu, „Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass jeder von uns schon morgen in diese Situation kommen und auf ein Organ angewiesen sein könnte.“

Jeder wäre automatisch Organspender

Nach der neuen Regelung wäre jeder automatisch Organspender, sofern man selbst oder enge Angehörige nicht widersprechen. Auch bei einer Widerspruchslösung bleibe die Spende wie bisher freiwillig, betonte Schmidtke.

Reform des Medizinstudiums

Die Patientenbeauftragte forderte eine bessere Verzahnung von ambulanten und stationären Strukturen, um eine gute Versorgung von Kranken auf dem Lande zu garantieren. Ärzte sollten auch mobile Angebote machen, wie etwa einen Ärztebus. Notwendig sei eine Reform des Medizinstudiums, um junge Menschen schon während des Studiums für eine ärztliche Tätigkeit auf dem Land zu begeistern.