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Lange schien Papst Franziskus ein Modernisierer der katholischen Kirche zu sein. Zeigt er jetzt seine erzkonservative Seite?

Franziskus; Foto: dpa/picture-alliance

Hält er Homosexualität wirklich für eine Frage der „Mentalität"? Papst Franziskus bei der wöchentlichen Generalaudienz.

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Papst Franziskus hat Homosexualität als Modeerscheinung bezeichnet. „Diese Mentalität beeinflusst auf gewisse Weise auch die Kirche", wird er einem Interviewbuch zitiert, das am Montag erscheint.

Neues Interview-Buch vor Veröffentlichung

Franziskus sagt dort, die Auffassung, homosexuelle Neigungen bei Ordensmitgliedern seien akzeptabel, sei ein Irrtum. „Im geweihten Leben und im priesterlichen Leben hat diese Art von Zuneigung keinen Platz."

Die Reaktion von Aktivisten wie „Pitty" ließ nach Bekanntwerden des Zitats nicht lange auf sich warten: „Verbietet den Papst und den Vatikan – Homosexualität ist keine Mode!!!".

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Der Papst hatte sich früher wiederholt gegen eine Diskriminierung von Homosexuellen in der katholischen Kirche ausgesprochen – jetzt rudert er offenbar zurück.

In dem Buch „Die Kraft der Berufung. Geweihtes Leben heute" des spanischen Theologen Fernando Prado, das von Montag an in zehn Sprachen erscheinen soll, bekräftigt Franziskus die Forderung, dass heterosexuelle und homosexuelle Geistliche enthaltsam leben sollen.

Der 120-seitige Band beruht nach Angaben des Autors auf einem vierstündigen Interview, das er im August im vatikanischen Gästehaus mit Franziskus führte.