Autor
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
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Ein Busfahrer in Paris hat sämtliche Fahrgäste seines Busses hinausgeworfen, weil sie einem Rollstuhlfahrer nicht von selbst Platz gemacht haben. Die Geschichte ereignete sich bereits vor rund zwei Wochen, macht aber erst jetzt die Runde.

Wie das Magazin Le Point unter Berufung auf die Seite Handicap.fr berichtet, sei der Bus stark überfüllt gewesen, als Francois Le Berre, der wegen Multipler Sklerose auf den Rollstuhl angewiesen ist, mit seinem Bruder einsteigen wollte.

„Endstation!“

Jedoch: Niemand rührte sich, um den beiden Platz zu machen. Da platze dem Busfahrer offenbar der Kragen: „Endstation! Alles aussteigen!“ verkündete er per Lautsprecher. Der nächste Bus komme in fünf Minuten, teilte er noch mit. Laut Le Point brach darauf hin ein großes Gemurre aus. Die Fahrgäste gehorchten jedoch.

Le Berre und seinem Bruder sagte er daraufhin, sie möchten bitte einsteigen. Die beiden wurden als einzige weiter transportiert.

Hier erzählt Le Berre seine Geschichte:

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Verkehrsbetriebe wollen Fahrer belobigen

„Er sagte uns, jeder könne eines Tages auf einen Rollstuhl angewiesen sein“, wird Le Berre zitiert. „Aus seiner Familie betreffe es keinen, aber er müsse doch dafür sorgen, dass es ein wenig zivilisiert zugehe.“

Sympathisch ist die Reaktion des Betreibers des öffentlichen Pariser Personennahverkehrs, RATP: Dort hat man offenbar keine Ahnung, welcher Busfahrer diese Geste des Anstands „auf dem Gewissen“ hat. Sie bitten Le Berre und Reisende um Informationen, wann und wo genau die Fahrt stattgefunden hat.

Der Fahrer, so das Unternehmen, habe keine Strafe zu erwarten – er solle ein Lob für die Aktion erhalten.

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Christian Kreutzer
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