Autor
Christian Kreutzer
Christian Kreutzer, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Klimaschutzmaßnahmen, wie sie die meisten Experten und Politiker fordern, sind für die AfD „Irrsinn“. Dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist, hält Ex-Parteichef Alexander Gauland für „zumindest umstritten“. Jetzt kommt Gegenwind aus den eigenen Reihen.

Der Mitbegründer der AfD, Publizist Konrad Adam, kritisiert die Partei für ihre Haltung zum Klimawandel. Unter der Überschrift „Die AfD hat ein gestörtes Verhältnis zum Klima“, hat der heutige Ehrenvorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung einen Meinungsbeitrag in der Welt veröffentlicht.

Parteileute wie der Fraktionsvorsitzende im Bundestag und frühere Parteichef, Alexander Gauland, beanspruchten den Naturschutz als konservatives Erbstück für sich und die Partei. „Es folgt nur nichts daraus.“ (Hier ein Faktencheck zum Thema Klimawandel.)

„Festgebissen an der Rolle der Protestpartei“

Adam schreibt: „Unter der Parole 'Es gibt keinen Klimawandel' haben sie die AfD zu einer Anti-Klima-Partei stilisiert, die den Kampf gegen Öko-Wahn und Treibhaus-Hysterie zum Inhalt ihrer Werbefeldzüge macht, seitdem ihre beiden alten Renner, die Währungs- und die Flüchtlingspolitik, lahm geworden sind.“

Die AfD habe sich „festgebissen an der Rolle der Protestpartei“, kritisierte Adam. „Wir brauchen keine Parteien, welche die eine Phrase mit der anderen beantworten und Klima-Irrsinn brüllen, wenn die anderen den Klima-Notstand ausgerufen haben.“

Reaktion: „Gestörtes Verhältnis zur AfD“

Eine der ersten Reaktionen aus der AfD kam von dem Bundestagsabgeordneten Frank Pasemann. Sie wirkt nicht, als würde Adam auf offene Ohren stoßen:

Du hast DNT aktiviert. Wir stellen die Verbindung zu Twitter erst her, wenn du dies erlaubst. Die Einwilligung ist freiwillig und gilt nur temporär. Mehr dazu findest du in unseren Datenschutzhinweisen.
Den Beitrag bei Twitter ansehen.

Aufruf ohne Auswirkungen

Adam ist nicht der Erste in der AfD, der ein Umdenken bei dem Thema fordert: Ende Mai hatte die Berliner „Junge Alternative“ die Partei zum Kurswechsel in Sachen Klima aufgerufen.

„Wir fordern die Mandats- und Funktionsträger unserer Partei dazu auf, von der schwer nachvollziehbaren Aussage Abstand zu nehmen, der Mensch würde das Klima nicht beeinflussen“, hieß es damals in einem Schreiben des Verbandes.

Natürlich könne man darüber streiten, wie stark dieser Einfluss ist. Unstrittig sei jedoch die Tatsache, "dass sich das Klima wandelt und dass Schadstoffe, wie jene in Autoabgasen, nicht gut für den Menschen und genauso wenig für die Umwelt sind". In der Partei verhallte der Aufruf offenbar ungehört.