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Der britische Astrophysiker Stephen Hawking ist tot. Er starb im Alter von 76 Jahren. Jahrelang litt er an der Nervenkrankheit ALS. Er saß im Rollstuhl und konnte sich nur mit Hilfe eines Sprachcomputers verständigen.

Seine Kinder Lucy, Robert und Tim teilten mit, ihr Vater sei „ein großartiger Wissenschaftler und außergewöhnlicher Mensch“ gewesen. Hawkings Arbeit und Vermächtnis würden noch viele Jahre überdauern.

Ärzte gaben ihm nur wenig Zeit

Mit 21 Jahren war bei Hawking die Nervenkrankheit ALS diagnostiziert worden, bei der die Muskeln nach und nach absterben. Die Ärzte gaben ihm damals nur wenige Jahre zu leben. Der weltberühmte Wissenschaftler lebte aber mehr als 50 Jahre mit der tödlichen Erkrankung.

Keine Angst vor dem Tod

Die Krankheit trieb seinen Ehrgeiz an. An ein Jenseits glaubte Hawking zwar nicht, Angst vor dem Tod, das betonte er immer wieder, habe er aber auch nicht. In einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian sagte er: „Ich sehe das Gehirn als einen Computer an, der aufhört zu arbeiten, wenn seine Einzelteile nicht mehr funktionieren.“

In der Wissenschaft hoch angesehen

Hawking lehrte viele Jahrzehnte an der renommierten Universität Cambridge. 1974 wurde er im Alter von nur 32 Jahren zum jüngsten Mitglied der britischen Royal Society, der nationalen Akademie für Naturwissenschaften, ernannt. Fünf Jahre später erhielt er in Cambridge die berühmte Lucasian Professur für Mathematik, die einst Isaac Newton innehatte.

Zu seinen bedeutendsten Erfolgen gehörte seine Forschung zu schwarzen Löchern. Er forschte außerdem zur Kosmologie und der Allgemeinen Relativitätstheorie.

Was ist das Universum?

Er nahm zu den großen Themen und Fragestellungen der Menschheit Stellung. Gibt es einen Gott? Existiert noch anderes Leben im Universum? Hawkings Meinung wurde geschätzt und diskutiert.

Auch außerhalb der Wissenschaft war er berühmt: Zu großer Bekanntheit gelangte er 1988 mit dem Bestseller „Eine kurze Geschichte der Zeit“, in dem er einem nicht-wissenschaftlichen Publikum die Natur des Universums erklärte.

Über seine wissenschaftliche Karriere hinaus, gilt Hawking als Held der Popkultur. Ob als Comic-Figur bei den Simpsons oder Darsteller bei Star Trek und The Big Bang Theory: Er spielte in zahlreichen Filmen mit und war auch selbst Thema eines Kinofilms.

„Frauen sind ein komplettes Rätsel“

30 Jahre lang war Hawking mit seiner Jugendliebe Jane verheiratet. Mit ihr hatte er zwei Söhne und eine Tochter. Nach der Scheidung im Jahr 1990, heiratete der Astrophysiker 1995 seine ehemalige Pflegerin. Diese Ehe hielt bis 2006. In einem Interview mit der Zeitschrift New Scientist sagte er einmal auf die Frage, worüber er jeden Tag am meisten nachdenke: „Frauen. Sie sind ein komplettes Rätsel.“