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Björn Widmann
Björn Widmann, SWR3; Foto: SWR3
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Urlaubszeit – auch in England. Aber was, wenn einer der beiden Piloten fehlt und der Flug kurz vor der Absage steht? Ein Familienvater setzte sich selbst ins Cockpit und flog die Maschine nach Spanien.

Montag, 1. September 2019, Manchester, England. Viele Urlauber stehen am Flughafen und wollen mit ihrem Flug U21917 nach Alicante fliegen. Allerdings wird daraus erst mal nichts: Auf der Anzeigetafel heißt es plötzlich, der Flieger habe zwei Stunden Verspätung.

Das sah auch Familienvater Michael Bradley. Er stand zu der Zeit mit seiner Familie in der Warteschlange vor dem Sicherheitscheck. Er fragte bei der Airline nach und bekam als Antwort, dass wegen eines Pilotenstreiks einer der beiden nötigen Piloten fehlte. Deswegen seien an diesem Morgen schon mehrere Flüge ausgefallen.

Airline bittet Familienvater um seine Dienste

Weil er nicht wollte, dass auch sein Flug gestrichen wird, entschloss Bradley sich dazu, seine Dienste als Pilot anzubieten: „Ich dachte mir, das ist einen Anruf wert“, sagte Bradley im Flugzeug. Und in der Tat: „30 Sekunden später rief mich die Airline zurück und sagte: Bitte, bitte, bitte flieg die Maschine nach Alicante“.

Gesagt, getan: Bradley und seine Familie stiegen ein und der Familienvater stieg ins Cockpit. Warum das so einfach geklappt hat? Zufällig hatte er seine Pilotenlizenz dabei und konnte so beweisen, dass er Pilot ist.

Das Netz feiert den Piloten

Michelle Potts war eine der Urlauberinnen, die Richtung Spanien fliegen wollte. Sie postete zwei Videos von Bradleys Ansprache an Bord. Darauf zu sehen ist Bradley, der den Passagieren erklärt, warum ein Typ in Zivilkleidung gleich ihre Maschine fliegen wird.

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„Ich ziehe mir gleich noch ein paar Schuhe an, nur für den Fall“, scherzte Bradley. Dann der entscheidende Satz, der dem Piloten jede Menge Applaus einbrachte: „Wenn es für Sie ok ist, dass ihr Pilot keine Uniform trägt, dann fliegen wir jetzt nach Alicante.“

Das Netz feiert den Piloten ebenfalls: „Ein legendärer Held“, „Das ist es, was Helden machen“ oder „WOW! Sowas passiert sonst nur im Film“ sind nur einige der Reaktionen auf die Videos. Jedenfalls werden die Passagiere die „Geschichte vom 1. September 2019 in Manchester“ sicher noch ihren Enkeln erzählen.


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Björn Widmann
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