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Die französische Polizei hat den Ex-UEFA-Präsidenten Michel Platini in Gewahrsam genommen. Gegen ihn werde im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar ermittelt, heißt es in übereinstimmenden Berichten.

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini ist laut Medienberichten von der französischen Polizei in Gewahrsam genommen worden. Hintergrund sei eine Ermittlung zu der umstrittenen WM-Vergabe nach Katar, berichten verschiedene Medien unter Berufung auf namentlich nicht genannte Justiz-Quellen. Es gehe um Korruption und Bestechung.

Den Berichten zufolge interessieren sich die Ermittler vor allem für ein Mittagessen im Elysée-Palast, zehn Tage vor der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar. Neben Platini und dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy soll auch der Emir von Katar dabei gewesen sein. Dort soll es Absprachen gegeben haben, etwa über den Einstieg des Emirats Katar beim Pariser Verein St. Germain. Nun steht der Verdacht im Raum, dass Katar im Gegenzug Unterstützung beim WM-Zuschlag bekommen haben könnte.

Platini wies die Vorwürfe zurück und erklärte, er sei an der Affäre „völlig unbeteiligt“. Von seinen Anwälten hieß es, Platini habe „sich überhaupt nichts vorzuwerfen“. Es handele sich „nicht um eine Verhaftung, sondern um eine Anhörung als Zeuge“.

Entscheidung fiel 2010

Der Weltfußballverband FIFA hatte die WM Ende 2010 an Katar vergeben. Der Wüstenstaat setzte sich damals überraschend gegen den Mitbewerber USA durch. Schon unmittelbar nach der Vergabe wurden Korruptions- und Vertuschungsvorwürfe laut.

Autor
SWR3