Autor
Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
Stand:

Beim Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden wurden Juwelen von unschätzbarem Wert gestohlen. Zuletzt hatte die Polizei sogar eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Mittlerweile hat die Behörde rund 500 davon bekommen.

Zuletzt hatte die Polizei im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden eine Belohnung von einer halben Million Euro ausgesetzt. Sie steht für Hinweise zur Verfügung, die zur Aufklärung der Tat, zu Ermittlungen, der Ergreifung der Täter oder dem Auffinden der Beute beitragen.

Am Dienstag hieß es nun von Polizei und Staatsanwaltschaft, dass bisher schon über 500 Hinweise zu dem Fall eingegangen seien. Weitere Hinweise zum Einbruch im Grünen Gewölbe nimmt die Polizei Sachsen weiterhin unter der Nummer (0351) 483 22 33 entgegen.

Täter noch immer unbekannt

Bislang gibt es nach Angaben des leitendes Oberstaatsanwaltes Klaus Rövekamp und Polizeipräsident Jörg Kubiessa aber noch keinen dringenden Tatverdacht gegen bestimmte Personen.

Nach dem Kunstdiebstahl in Dresden fehlt von den Tätern und der Beute immer noch jede Spur. Mittlerweile konnten die Museumsmitarbeiter des Grünen Gewölbes sich selbst ein Bild davon machen, welche Stücke tatsächlich gestohlen wurden.

Diebe brachen Juwelen-Vitrine auf

Offenbar brachen die Diebe eine Vitrine auf, in der drei sogenannte „Garnituren“, also Juwelen-Sets, ausgestellt waren: die Diamantrosengarnitur, die Brillantgarnitur sowie der Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen. Die betroffene Vitrine sei nicht ganz entleert worden, so Museumsdirektor Dirk Syndram.

Trotzdem haben die beiden Einbrecher bei ihrem aufsehenerregenden Coup am Montagmorgen einige wertvolle Juwelen in die Finger bekommen. Ihr Wert: Unschätzbar.

Schmuck der Königinnen gestohlen

Unter den gestohlenen Juwelen befinde sich ein Kleinod und ein Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens, die Große Brustschleife, eine Kette aus sächsischen Perlen, eine Epaulette – also ein Schulterstück – und ein mit über 770 Diamanten besetzter Degen.

Welche der wertvollen Kunstschätze genau entwendet wurden, zeigt die Bildergalerie:

Historisches Grünes Gewölbe, Juwelenzimmer, Vitrine mit 3 Garnituren: Der Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen (links), Brillantgarnitur (mitte), Diamantrosengarnitur (rechts); Foto: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans Christian Krass

Historisches Grünes Gewölbe, Die Vitrine mit den gestohlenen Garnituren vor dem Einbruch: Der Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen (links), Brillantgarnitur (mitte), Diamantrosengarnitur (rechts)

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans Christian Krass

Juwelen für Diebe eigentlich wertlos

Allerdings haben die Schmuckstücke einen ganz gewaltigen Haken für die Diebe: Eigentlich sind sie wertlos. Denn verkaufen kann man die Teile nicht, jeder Kunstexperte würde sie sofort wiedererkennen. „Das sind alles Schliffe des 18. Jahrhunderts, man kann solche Steine nicht einfach zu Geld machen“, sagt Syndram.

Klar sind die eingearbeiteten Diamanten wertvoll. Das Alter und die Tatsache, dass die 300 Jahre alten Einzelstücke so gut erhalten sind, mache den Wert aus. Würden die Diebe Diamanten herausbrechen, würden auch die Stücke an Wert verlieren: „Es wäre eine Dummheit, das zu machen.“ Trotzdem befürchten viele Expertinnen und Experten die Zerstörung der Beute.

Diebe kletterten durch Fenster

Die Diebe stiegen am Montagmorgen gegen 5 Uhr in das streng gesicherte Museum ein – über eines der vergitterten Fenster des Pretiosensaales ins Residenzschloss mitten in der Dresdener Altstadt. Zuvor hatten sie in einen Stromverteiler Feuer gelegt, um einen Stromausfall zu provozieren.

Auf einem von der Polizei veröffentlichten Überwachungsvideo sind zwei Einbrecher zu sehen, die mit Taschenlampen den dunklen Raum betreten und mit einer Axt auf die Vitrine mit den kostbarsten Stücken des Juwelenzimmers einschlagen.

Soko „Epaulette“ geht von vier Tätern aus

Die Polizei geht mittlerweile von insgesamt vier Tätern aus. Zwei seien ins Grüne Gewölbe eingebrochen, die anderen beiden hätten wohl draußen im Fluchtfahrzeug gewartet. Das gehe aus dem bereits gesichteten Videomaterial hervor.

Residenzschloss öffnet wieder für Museumsbesucher

Unterdessen hat das Residenzschloss Dresden – das insgesamt sechs Museen beherbergt – wieder normal geöffnet. Nur das Grüne Gewölbe bleibt weiterhin geschlossen. Hier geht die Spurensuche noch weiter.

Außerdem muss die Staatliche Kunstsammlung Dresden, die für die Kunstschätze verantwortlich ist, zunächst eine Bestandsaufnahme machen, was infolge des Einbruchs beschädigt worden ist.

Du hast DNT aktiviert. Wir stellen die Verbindung zu Twitter erst her, wenn du dies erlaubst. Die Einwilligung ist freiwillig und gilt nur temporär. Mehr dazu findest du in unseren Datenschutzhinweisen.
Den Beitrag bei Twitter ansehen.