Autor
Patrick Seibert
Patrick Seibert; Foto: Patrick Seibert
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Das gab es in der Bundesliga noch nie: Beim Zweitligaspiel Hamburger SV gegen den Karlsruher SC durften Fans im Stadion ganz legal Pyrotechnik zünden — unter Aufsicht der Feuerwehr.

Zehn Fans aus dem sogenannten Ultralager des HSV konnten im Hamburger Volksparkstadion außerhalb des Zuschauerbereichs zehn Rauchtöpfe zünden. Sie wurden dabei von Ordnungskräften und Feuerwehr beaufsichtigt.

Die Rauchtöpfe flackerten und hüllten die Nordkurve des Volksparkstadions vor Spielbeginn in Nebel. Bei Spielen des Hamburger SV ist das ein gewohntes Bild — diesmal war die Aktion aber legal.

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Aktion vom DFB genehmigt — Kritik von der Polizei

Der HSV hatte sich monatelang beim DFB für das Experiment eingesetzt. Der Verein will herausfinden, ob er die Fans so vom verbotenen Pyrozünden abhalten kann. Die Behörden der Stadt Hamburg und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatten die Aktion genehmigt.

Kritik kam von der Gewerkschaft der Polizei. Der Bundesvorsitzende Jörg Radek sagte, es bestehe die Gefahr, dass Ultragruppierungen dadurch eher provoziert als zur Einsicht geführt werden könnten.

Akzeptieren die Fans die Show und verzichten ihrerseits auf unkontrolliertes und verbotenes Abbrennen von Feuerwerk im Zuschauerblock, könnte sich der Hamburger Versuch bundesweit durchsetzen.

Strafen im sechsstelligen Bereich

Bislang müssen Vereine häufig Strafen im sechsstelligen Bereich bezahlen, weil Anhänger sich über das Pyro-Verbot hinwegsetzen und Feuerwerk im Zuschauerbereich zünden. Die Vereine wollen die Spirale von Strafzahlungen stoppen. Hertha BSC hält mit 190.000 Euro derzeit den Rekord.

Dem HSV wurde kürzlich für ein wiederholtes Pyro-Vergehen eine Strafe von 250.000 Euro angedroht. Der Betrag ist inzwischen auf 140.000 Euro reduziert worden, dagegen hat der DFB-Kontrollausschuss allerdings Widerspruch eingelegt.

HSV gewinnt gegen den KSC

Sportlich war die Partie ein Erfolg für den HSV. Die Hamburger besiegten den KSC dank der Tore von Lukas Hinterseer 2:0 (0:0).

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Patrick Seibert
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SWR3