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Genau einen Monat nach dem Schulmassaker im US-Bundesstaat Florida haben in den USA Hunderttausende Schüler den Unterricht ausfallen lassen, um strengere Waffengesetze zu fordern.

Um kurz vor 10 Uhr Ortszeit liefen heute Schüler und Studierende in den USA aus ihren Klassenzimmern und Hörsälen. Viele versammelten sich in Aulen, in Turnhallen oder auf Football-Feldern. Von Maine an der nördlichen Ostküste bis Hawaii im Pazifik beteiligten sich 3.000 Schulen an den Streiks. Das schätzen die Organisatoren.

Ruf nach Veränderung: „We want change“

Unter dem Motto „Enough“ (genug) gedachten die Schüler der Opfer des Massakers in der High School in Parkland, in der Mitte Februar ein 19-Jähriger um sich geschossen hatte. 17 Minuten – eine Minute für jeden Toten.

Protest an US-Schulen; Foto: dpa/picture-alliance

Schüler in den USA protestieren seit Wochen gegen die aktuelle Waffenpolitik.

dpa/picture-alliance

Vor dem Weißen Haus wurde es richtig laut. „We want change“ – „Wir wollen Veränderung“, riefen die Demonstranten in Sprechchören. In Massachusetts und Ohio wollten Schüler in die staatlichen Parlamentsgebäude ziehen, um für eine schärfere Waffenregulierung einzutreten. An anderen Orten versammelten sie sich zu Kundgebungen auf den Straßen.

7.000 Schuhe vor dem US-Kongress

Dazu aufgerufen hatte die Initiative „Empower“ – der Jugendflügel des Protestmarsches „Women's March“, der am Tag nach der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump im Januar 2017 unzählige Menschen nach Washington gelockt hatte.

Schon am Dienstag hatte eine weitere Gruppe vor dem US-Kongress für Aufmerksamkeit gesorgt. Dort stellten die Aktivisten von „Avaaz“ 7.000 Paar Schuhe auf den Rasen – ein Paar für jedes Kind, das nach Berechnungen von „Avaaz“ seit 2012 in den USA getötet wurde.

Am 24. März wollen die jungen US-Amerikaner den Druck auf die Regierung in Washington noch einmal erhöhen. Dann soll es einen großen Protestmarsch in die Hauptstadt geben.

Protest auch im Netz

In den sozialen Netzwerken zeigen die Menschen, wie sie gegen Waffengewalt protestieren. Eine Mutter entschuldigt sich z.B. bei ihrem Sohn – dass er sein ganzes Leben Angst haben musste, erschossen zu werden. Sie bedauert, dass ihre Generation nicht den Mut hatte, zu protestieren.




Autor
Christine Veenstra
Autor
SWR3