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Acht Monate nach dem Bombenanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten 28-fachen Mordversuch vor.

Sergej W. soll laut Staatsanwaltschaft versucht haben, Fußballspieler von Borussia Dortmund zu töten, um bei Aktien-Spekulationen abzukassieren. Laut Anklage hatte der Beschuldigte auf fallende Kurse der BVB-Aktie gewettet.

Prozessbeginn nach BVB-Busanschlag

BVB-Profi Nuri Sahin saß im Bus, als im April auf dem Weg ins Stadion drei Sprengsätze gezündet wurden. Der Anschlag lässt ihn bis heute nicht los. Nun beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter, der sich wegen versuchten Mordes in 28 Fällen verantworten muss. Mehr dazu in einem Facebook-Live ab 11 Uhr.

Posted by WDR aktuell on Wednesday, December 20, 2017

Bei dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus wurde unter anderem Verteidiger Marc Bartra an der Hand verletzt. Ein Polizist erlitt ein Knalltrauma. Bei der Abfahrt des BVB vom Dortmunder Hotel zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco waren neben dem Mannschaftsbus drei Sprengsätze explodiert.

Kritik, dass Spiel so schnell nachgeholt wurde

Die Partie am Abend wurde abgesagt, aber bereits am nächsten Tag nachgeholt. Dafür gab es von vielen Seiten Kritik. Matthias Ginter beispielsweise hätte sich nach dem Anschlag eine Pause für den Fußball gewünscht.

In einem Interview mit der Zeitung Die Welt sagte Ginter, es hätten alle Verständnis dafür gehabt, „wenn die Betroffenen mal für zwei Wochen in den Urlaub gefahren wären. Warum soll das nicht im Fußball möglich sein?“ Natürlich gehe es um viel Geld und um Politik. „Aber wenn man es wirklich will, lässt sich auch für ein Fußballspiel auf dem Niveau ein neuer Termin finden. Oder man spielt ausnahmsweise eben nur das Rückspiel“, sagte Ginter.

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Cornelia Stenull
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SWR3