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Die Journalisten hinter den Weinstein-Enthüllungen sind mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Zum ersten Mal bekam den auch ein Rapper.

Mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet: Kendrick Lamar; Foto: dpa/picture-alliance

Mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet: Kendrick Lamar

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Das war sicher die größte Überraschung bei der Verkündung der Pulitzer-Preise 2018: Kendrick Lamar hat als erster Rapper überhaupt einen Pulitzer-Preis gewonnen – bisher sind nur Musiker aus den Bereichen Klassik oder Jazz ausgezeichnet worden.

Lamar bekommt den Preis für sein Album „Damn“. Das Album sei eine „virtuose Liedersammlung, vereint von seiner umgangssprachlichen Authentizität und rhythmischen Dynamik“, sagte Dana Canedy, Vorsitzende der Verwaltung der Pulitzer-Preise.

Jury begeistert von Lamar-Album

„Damn“ biete „eindringliche Momentaufnahmen, die die Komplexität des modernen afro-amerikanischen Lebens einfangen“, heißt es zur Begründung. Der 1987 in Kalifornien geborene Lamar gilt als einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Rapper zur Zeit. Er hat unter anderem auch schon mehrere Grammys gewonnen. „Damn“ ist sein viertes Studioalbum.

Preise für Weinstein-Enthüllungen

Gefallener Hollywood-Mogul: Harvey Weinstein; Foto: dpa/picture-alliance

Gefallener Hollywood-Mogul: Harvey Weinstein

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Bekannt sind die Pulitzer-Preise aber hauptsächlich, weil Journalisten damit ausgezeichnet werden. Jodi Kantor und Megan Twohey für die New York Times sowie Ronan Farrow für den New Yorker sind für ihre Berichte zur Weinstein-Affäre ausgezeichnet worden. Sie hatten damit im vergangenen Oktober die #MeToo-Bewegung losgetreten.

Durch die Berichterstattung seien die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden für „lang unterdrückte Vorwürfe über Nötigung, Gewalt und erzwungenem Schweigen der Opfer“. Das habe zu einer weltweiten „Abrechnung mit dem sexuellen Missbrauch von Frauen“ geführt, sagte Pulitzer-Chefin Canedy.

Journalist Farrow sagt danke

Journalist Farrow twitterte, er sei dankbar für „jede mutige Quelle“ und die Unterstützung des New Yorker, als andere die Geschichte „begraben“ wollten. „Dieser Moment wird als
Abrechnung bezeichnet, aber wir haben erst angefangen, die Wahrheit über alten Machtmissbrauch zu sagen.“ Der TV-Sender NBC hatte Farrows Geschichte über Weinstein abgelehnt und wurde beschuldigt, Berichterstattung über sexuelle Übergriffe unterdrücken zu wollen.

Das sind alle Preisträger

US-Präsident Donald Trump; Foto: dpa/picture-alliance

US-Präsident Donald Trump

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In den anderen der 14 journalistischen Pulitzer-Kategorien wurden große, aber auch im Ausland weniger bekannte US-Medien ausgezeichnet. Die New York Times gewann mit der Washington Post in der Sparte „National“ für deren Berichterstattung zur russischen Einflussnahme im US-Wahlkampf und Verbindungen zum damaligen Kandidaten Donald Trump.

Auch die Berichterstattungen der Arizona Republic über die geplante Mauer an der US-Grenze mit Mexiko, des Cincinnati Enquirer über die Heroin-Epidemie in Ohio und die GQ über Dylan Roof, der in einer Kirche in Charleston neun Afroamerikaner erschoss, wurden ausgezeichnet.

Der Preis für den besten Roman ging an Andrew Sean Greer für sein Buch „Less“, als bestes Theaterstück wurde Martyna Majoks „Cost of Living“ ausgezeichnet. Jack E. Davis wurde für sein Geschichtsbuch „The Gulf“ geehrt, Caroline Fraser für ihre Biografie „Prairie Fires“. Frank Bidart bekommt den Pulitzer-Preis für seinen Gedichtband „Half-light“, James Forman Jr. für sein Sachbuch „Locking Up Our Own“.

Was sind die Pulitzer-Preise?

Die Pulitzer-Preise gelten als die höchste Auszeichnungen der Medienbranche und wurden am Montag zum 102. Mal verliehen. 14 der 21 Preiskategorien sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, die restlichen Literatur, Musik und Theater. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

Gestiftet wurden die Preise einst vom ungarisch-amerikanischen Zeitungsverleger Joseph Pulitzer (1847-1911). Gewinner bekommen eine Urkunde und 10.000 Dollar (etwa 8.900 Euro) bei einem festlichen Mittagessen in einigen Wochen.

Autor
Björn Widmann
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SWR3