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Tim Stobbe
Tim Stobbe, SWR3; Foto: SWR3
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Freibad an einem heißen Sommertag – das verspricht eigentlich Abkühlung und Erfrischung. Doch am Wochenende ist die Lage in einigen überfüllten Bädern eskaliert: In Mannheim hat ein Mann Pfefferspray versprüht, in Kehl, Stuttgart und Bad Sobernheim gab es Randale.

In Düsseldorf musste die Polizei ein Freibad komplett räumen. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag ist die Lage in dem proppevollen Bad eskaliert. Die Polizei musste bei mehreren Streits und Schlägereien eingreifen, bis die Betreiber vorzeitig geschlossen haben.

Kinder mit Pfefferspray verletzt

Schlange vor Freibad; Foto: picture alliance/Roland Weihrauch/dpa

Vor manchem Freibad verloren die Wartenden am Wochenende die Geduld.

picture alliance/Roland Weihrauch/dpa

In Mannheim ist ein Familienstreit eskaliert, ein Mann hat Pfefferspray versprüht. Fünf Menschen, darunter zwei Kinder, wurden verletzt. Bei einem Streit in Stuttgart hingegen hat die Polizei Pfefferspray eingesetzt, als die Lage zwischen einem Badegast und zwei Bademeistern sich nicht anders beruhigen ließ.

Auch in Kehl sowie im dazugehörigen Stadtteil Auenheim wurden die Freibäder am Wochenende frühzeitig geschlossen. Gruppen von Jugendlichen hatten für Randale und Tumult gesorgt. Beide Bäder wurden in den vergangenen zwei Wochen wegen solcher Tumulte schon einmal frühzeitig geschlossen.

In Bad Sobernheim (Kreis Bad Kreuznach) sollte die Lage im vollen Freibad nicht eskalieren und der Eingang wurde zwischenzeitlich geschlossen. Das hat einige der Wartenden offenbar aber so aufgeregt, dass sie versucht haben ohne zu zahlen ins Freibad zu drängen.

„Was sich in 40 Jahren getan hat, ist erschreckend“

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister beklagt schon seit längerem eine zunehmende Aggressivität in Freibädern. „Ich bin jetzt 45 Jahre im Job“, sagt Verbandspräsident Peter Harzheim im SWR. „Man hat sicherlich einiges erlebt, aber was sich in den letzten 40 Jahren getan hat, ist doch erschreckend.“

Freibad; Foto: picture alliance/Gregor Fischer/dpa

Nachrichten Peter Harzheim, Präsident des Schwimmmeister-Verbandes, über die Lage in den Schwimmbädern

Dauer

Doch die Geschehnisse beschränken sich natürlich nicht allein auf Schwimmbäder: In Hessen kam es vergangene Woche Mittwoch auch an einem überfüllten Badesee zu Ausschreitungen. Weil zu viele Menschen kamen, wurde der Einlass vorläufig geschlossen. Rund 200 Leute versuchten laut Polizei gewaltsam, auf das Gelände zu gelangen. Wartende haben Sicherheitsleute mit Steinen beworfen und sie beschimpft.

Die SWR Landesschau Baden-Württemberg hat das Freibad in Kehl besucht und mit Besuchern wie auch mit dem Schwimmmeister dort gesprochen:

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Tim Stobbe
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Isabel Gebhardt
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