Autor
Mario Demuth
Mario Demuth, SWR3; Foto: SWR3
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In einem Dritt-Liga-Spiel beleidigte ein Zuschauer den Würzburger Spieler Leroy Kwadwo rassistisch. Die restlichen Zuschauer reagierten mit einer bemerkenswerten Aktion.

Es sah zunächst alles nach einem normalen Fußballspiel in der Dritten Liga aus. Preußen Münster empfing die Würzburger Kickers. In der Schlussphase beleidigte jedoch ein Zuschauer den Würzburger Profi-Spieler Leroy Kwadwo. Er soll auch Affenlaute in Richtung des 23-jährigen Spielers gemacht haben.

Vielleicht dachte der Mann, er könne sich zwischen den anderen Zuschauern verstecken. Doch das Publikum reagierte anders: Nach Vereinsangaben zeigten daraufhin andere Fans auf den Mann, damit Ordnungskräfte ihn ausfindig machen konnten. Zudem riefen zahlreiche Fans „Nazis raus“, teilte Preußen Münster auf seiner Vereinsseite mit.

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Der Mann sei in Gewahrsam genommen worden, berichtete der Spiegel. Gegen ihn soll demnach eine Anzeige wegen Volksverhetzung gestellt werden.

Bild von Leroy Kwadwo, als er nach rassistischen Beleidigungen von Spielern seiner Mannschaft, den Würzburger Kickers, und von den Gastgebern von Preußen Münster getröstet wird. ; Foto: imago images / foto2press

Nachdem er rassistisch beleidigt wurde, trösteten Spieler beider Mannschaften Leroy Kwadwo.

imago images / foto2press

Statement von Leroy Kwadwo

Kwadwo äußerte sich nach dem Vorfall auf der Vereinsseite der Würzburger Kickers. Dort schreibt er unter anderem „So etwas wie gestern macht mich einfach nur traurig und wütend, weil jeder wissen muss: #Rassismus gehört nicht in UNSERE Welt.“

Außerdem bedankte sich Kwadwo bei allen, die ihm zur Seite standen – darunter auch die Verantwortlichen und Spieler der Gastgeber Preußen Münster. Die Reaktion von allen sei vorbildlich gewesen: „Ihr könnt Euch gar nicht denken, was diese mir und auch allen anderen farbigen Spielern bedeutet.“

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DFB lobt Handeln der Schiedsrichterin

Preußen Münster entschuldigte sich sofort nach dem Spiel bei Kwadwo und den Gästen aus Würzburg. „Das ist nichts, was auf den Fußballplatz und schon gar nicht in unser Stadion gehört. Solche Leute wollen und brauchen wir hier nicht“, sagte Vereinspräsident Christoph Strässer.

Auch der DFB reagierte auf den Zwischenfall. Er verurteilte die Tat und lobte die Reaktion. Zudem verwies der DFB auf das richtige Handeln von FIFA-Schiedsrichterin Katrin Rafalski. Sie habe regelgemäß gehandelt, eine Stadiondurchsage veranlasst und versucht, Kwadwo zu beruhigen.

Auf Twitter reagierte auch der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger vom FC Chelsea. Er schrieb: „Wahnsinn... und schon wieder ein Vorfall. Unfassbar. Aber Respekt vor den Reaktionen der Zuschauer.“

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Zuletzt hatte es auch im DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC einen Rassismus-Vorfall gegeben. Am 4. Februar hatten Schalker Fans Hertha-Profi Jordan Torunarigha beleidigt. Schalke wurde zu einer Geldstrafe von 50.000 Euro verurteilt.