Die Vorstellung klingt erst mal gruselig: Man schaut beim Einkaufen nichtsahnend Werbung und wird dabei heimlich analysiert. So passiert es nach Medienberichten bei der Supermarktkette Real. Vielleicht ist aber auch alles gar nicht so tragisch.

Die Supermarkt-Kette Real filmt heimlich ihre Kunden und analysiert deren Gesichter. Das hat ein Sprecher jetzt bestätigt.

Dabei geht es nicht um die normale Videoüberwachung. Die Handelskette hat in 40 ihrer Märkte extra Fernseher in der Kassenzone aufgestellt, auf denen Werbung läuft. Kunden schauen darauf und reagieren zwangsläufig. Das wird dann für Marktforschung verwendet.

Keine persönlichen Daten

Die Kamera erkennt laut Lebensmittel-Zeitung das Geschlecht der Kunden und deren ungefähres Alter. Außerdem wird gespeichert, wie lange Kunden auf den Bildschirm schauen. Das wird dann an die Betreiberfirma Echion weitergeleitet. Die will analysieren, wie gut die Spots ankommen. Real selbst speichert nichts, sagt ein Sprecher.

Oh oh...

Datenschützer finden das Ganze nicht lustig. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Caspar sagt laut Lebensmittel-Zeitung: Wenn Kunden gefilmt werden, sind sie nicht mehr anonym. Sie müssten deshalb informiert werden.

Und Real so: Alles in Ordnung!

Real ist der Meinung: Machen wir doch! Ein Unternehmenssprecher hat zu Spiegel Online gesagt, an jeder Filiale stehe deutlich „Dieser Markt wird videoüberwacht“. Ob das im Sinne der Datenschützer ist, ist fraglich. Der Sprecher argumentiert aber weiter, dass das System nicht erkennen könne, wer genau vor ihm steht. Die Filme würden auch nicht gespeichert, sondern direkt ausgewertet und gelöscht.