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Susanne de los Santos
Susanne de los Santos, SWR3; Foto: SWR3
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Nach den Waldbränden in Griechenland hat die Regierung die nationalen Chefs von Feuerwehr und Polizei entlassen. Bei den Bränden waren mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung steht seitdem unter Druck.

Zwei Wochen nach den verheerenden Bränden im Raum Athen ist der Chef des griechischen Zivilschutzes, Giannis Kapakis, zurückgetreten. Das berichtet das Staatsfernsehen. Am Sonntag waren die Chefs der griechischen Feuerwehr und der Polizei entlassen worden.

Erst am Freitag war schon der Vize-Minister für Katastrophenschutz, Nikos Toskas, zurückgetreten. Er hatte gesagt, er könne angesichts der großen Opferzahl nicht weitermachen. Nun gibt es also auch Konsequenzen bei Polizei und Feuerwehr. Deren Chefs wurden von ihren Aufgaben entbunden. Die jeweiligen Vizechefs würden die Arbeit vorübergehend übernehmen, teilte das Büro von Regierungschef Alexis Tsipras mit.

Opposition wirft Regierung Versagen vor

Die schweren Waldbrände in Griechenland waren am 23. Juli rund um die Hauptstadt Athen ausgebrochen. Sie breiteten sich daraufhin rasend schnell aus und trafen unter anderem den Badeort Mati. Große Teile wurden zerstört. Tausende Menschen haben ihre Häuser verloren.




Waldbrände in Griechenland; Foto: dpa/picture-alliance

Reihenweise Autos sind nach den schweren Feuern ausgebrannt.

dpa/picture-alliance

Die Opposition wirft der Regierung Versagen vor. Die Bevölkerung sei nicht rechtzeitig gewarnt und die betroffenen Gebiete zu spät geräumt worden. Außerdem habe es keinen richtigen Evakuierungsplan gegeben. Die Polizei soll Autofahrer zum Beispiel in Brandgebiete umgeleitet haben. Es gibt inzwischen auch Ermittlungen der Justiz.


Dutzende Menschen im Krankenhaus

Die Behörden, die für die öffentliche Sicherheit zuständig sind, waren auch deshalb in die Kritik geraten, weil tagelang Verwirrung um die exakte Zahl der Toten herrschte. Zwischenzeitlich war von mehr als 90 Todesopfern die Rede, später wurde sie wieder auf 88 gesenkt. Am Wochenende erlagen zwei weitere Menschen ihren schweren Verletzungen. Nach Behördenangaben befinden sich mehrere Dutzend noch im Krankenhaus. Sieben Menschen schweben in Lebensgefahr.